12. März 2026

Warschau City Race oder: In Polen mit Tschech/innen

ungekürzt und ungeändert

5 nach peace ... liegt darnieder als Müll, Kindersoldat?
City Race steht beim OL seit etlichen Jahren für eine jährliche OL-Serie in eher großen europäischen Städten, zu denen einige Leute, die viele derartige Rennen rennen, oft fliegen, was mobilitätstechnisch am wenigsten naturverträglich ist.
Nach Graz letzten Sommer lief ich im Februar spontan mit 2 Freunden einen einzelnen regionalen City Race in Usti, den ich 1s vor Philipp Müller vom Post SV Dresden gewann. :-) Gute Vorbereitung ...

Wieland Försters Heinrich Kleist in Frankfurt Oder
Das Programm des Warsaw City Race versprach Spannung, die es hielt: ein langer Nachtsprint, ein langer Altstadt-OL (die offizielle City Race-Etappe), ein für einige zeitlich langer Indoor-OL in 2 Unigebäuden(! - nicht so groß, aber wohl kaum minder knifflig wie vor 2 Jahren bei uns und für mich neben einzelnen Trainings wie im Benno-Gymnasium zum 1. Mal so richtig ein Indoor-OL, wie sie im winterlichen Schweden schon eine kleine Tradition sind) sowie ein langer, abschließender Mittel-Stadt-OL mit künstlichen Sperren.
Cornelia Eckhardt und Susanne Löhning nahmen neben mir von uns teil, zusätzlich ein paar (oft Paar) weitere aus Dresden, Radebeul, dem Berliner Raum und aus dem entfernteren Deutschland.
Conny gewann trotz Sturz zu Beginn des Nachtsprints auf beide Knie insgesamt die Supervet W. Susi hatte viel Freude und erreichte bei ihrem 2. Indoor-OL nach Belgien erfolgreich das Ziel, nur "riss" sie wie sehr viele die Maximalzeit (bei den "Hyperveteranen" waren es fast alle - Erfahrungswerte für die Veranstalter). Und ich? Ich lief trotz Problemen (Bauchschmerzen und eine allergisch(?) laufende Nase nach den OL) ziemlich zufriedene und sehr schöne Stadt-OL in der Elite: 8., 4. und 4., nur fühlte ich mich beim Indoor-OL teils überfordert, wie als Kind bei meinen ersten OLs, machte Fehler - bis zu einem Fehlst. Ich überlief am Vormittag am Weichselufer kurz einen Posten und beim Indoor-OL verwechselte ich 2, merkte und korrigierte es jeweils, blendete bei der 3. Etappe jedoch wegen(?) kleiner Eingangstreppe ins 2. Haus die 0. Ebene aus, orientierte eine höher und lochte 2 Posten an gleicher Stelle, nur eben eine Ebene zu weit unten (ja, Codezahlen) und da ich den 3. Posten in dem Haus erst eine Weile nicht verstand und fand, weil er eben nicht innen, sondern außerhalb dessen, aber in einer Vertiefung, also auf Kellerebene stand, fiel mir das beim Ablauf auch nicht auf. (Der verschachtelte Satz passt zum O beim Indoor-OL. :-) Hinzu kamen die vielen Leute, die kreuz und quer liefen und standen und knobelten. Ein cooles Erlebnis war es allemal, nur fühlte ich mich danach mental k.o., obgleich es kein KO-Sprint war.
Wiederaufbau Sächsisches Palais ab diesem Jahr
Die Bahnen waren top, die Karten gut mit kleinen Einschränkungen bei der Altstadtkarte, die zu Erkennungsschwierigkeiten führten: lange Treppen zu dicht und Bordsteinkanten unnötig gezeichnet. Ich schreibe das im Bewusstsein, wie richtig das Wesentliche ist, was das für eine Hauptarbeit macht und wie verbesserungsmöglich OL-Karten oft bleiben. Die Organisation war super. Bei den Klassen gab es jeweils weiblich und männlich Kinder, Jugend, Junioren, Elite, Veteran, Super-, Ultra- und Hypervet(eran). Das Alter scheint also eine reine Steigersform.
Und wir hatten sonniges Frühlingswetter.

Posten fast am Palast, beim OL kaum Touristenzeit
Ich konstatiere: OL gliedert sich, ist mit urbanem, gar Indoor-OL breiter aufgestellt, der nicht für jedermann und jedefrau (anfangs?!) was sein mag, aber der O-Komponente in mehreren Ebenen ein komplexes Kartenlesen und -verstehen, Vorplanen und Routeausführen abverlangt.

Stadtgesichter in Warschau - Begegnungen
Und eigentlich waren wieder die Menschen, bekannte und neue, organisierende und absichernde das Wunderbarste, wofür ich danke.
Ich wollte mehr Stadt sehen, aber dafür blieb nicht viel Zeit bzw. waren wir auch erschöpft, dafür sprachen, scherzten, aßen wir gemeinsam.
Meine zum Großteil tschechische Reisegruppe war besonders beim Uni-Indoor-OL gut, wohl weil sie über das Studium in Prag anfangs zu (einfachen) Stadt-OL gefunden hat - und dafür (noch) nicht/kaum in die OL-Ur- und -Hauptsparte Wald. Zu meiner Erleichterung können einige von ihnen Deutsch, weil sie teils in Deutschland verweilten. Am Ende wurde eine tschechische Freundin in der Elite schließlich Dritte, (Und das mit altem Chip bis auf die letzte Etappe. :-), obwohl sie in ihrer Heimat "immer nur Letzte" würde.
Und mit einem jungen Weißrussen teilte ich mein Leid von zumindest einem Posten, den wir in der falschen Etage anliefen. Als wir verstanden, wo wir gewesen waren, gaben wir uns zum Abschied die Hand. Wie sehr wünsche ich mir, dass Europa, nein, die ganze Welt so aneinander rückt, anstatt Kriege zu führen! Das Schönste und Schlimmste und viel dazwischen stammt von Menschen?! Bei Warschau betone ich das, gab es doch auch dort eine Mauer in der Stadt - die um das ehemalige Warschauer Ghetto, in dem wahnsinnig viele Menschen ermordet wurden.

Nähe des Viertels Praga, am WKZ 1. + Start 4. Etappe

Vielleicht hat Stadt-OL mehr Zukunft, als wir wollen und uns lieb ist: Nils Schmiedeberg aus Neubrandenburg, mit dem ich auch einen Fehlstempellauf teile, zeigte mir Karten verwinkelter spanischer Bergdörfer - die Waldbrände gingen bis zu den Hecken der Grundstücke heran, erzählte er.
In München folgt im April ein City Race-WE, allerdings parallel zur SM Sprint in Meißen und unserem KO-Sprint in Annaberg. Stichwort "zu wenige Wochenenden".
Ein City Race in Chemnitz versuchte ich vor dessen Kulturhauptstadtstatus etwas anzuregen, aber es wäre den OLern dort zu groß gewesen. Leipzig hätte hierfür auch ein cooles Zentrum zu bieten. Was haltet ihr von einem City Race in Dresden?! Radebeul übernimmt eine Etappe, "klärten" wir schon vor Ort. ;-) Gelände haben wir viel kartiert und ausreichend interessantes durchaus bei guter Bahnlegung und wahlweise mit künstlichen Hilfsmitteln.
Ein Vorteil in Warschau waren die Fußgängerüberwege, die kontrollierte Passagen für die Läufer/innen bildeten.
Für Kinder, andere Neulinge und selbst die ältere Frau an Stöcken ist Stadt-OL vielleicht trotz mancher Gefahrenstelle geeigneter als manch Wald-OL.
Nur den Asphalt merken alle wohl länger in festen Beinen als Waldboden.

PS: Warschau wird von einer Seejungfrau (Nixe) mit Schwert und Schild symbolisch geschützt.

Ergebnisse, Fotos (facebook :-(), Karten

eigene Fotos
Warschau Anfang der 40er

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