16. Juli 2020

Mutter

letzte Meter Sachsentrail2019, Foto K.Leideck
Du stillst mich noch immer
das Bluten meiner Wunden und
… „falsche“ Datei offen

Gehört nicht hierher
gehört nicht zusammen
Konzentriere dich!
Mach!“
Ja, tue ich ja immer
im Leben
Was bleibt mir anderes übrig
Darf ich es bitte spielerisch gerne

Du wirst mir noch zuhören
wenn du nicht mehr bist
Ich fahre durch die Stadt
Autos überholen
stehen am Straßenrand
kommen aus Seitenstraßen
es ist regenglatt
Ein Moment und es könnte vorbei sein
Das Leben ist banal
geht irgendwann zu Ende
absehbar

Ich entdecke eine neue Baustelle
ein Platz ist fertig neugestaltet
sieht anders aus als vor einer Weile
vor Jahren noch
Die korrigiere die Karte Altstrehlen
wo OL-Freunde und ich einmal wohnten
passe sie wieder der Wirklichkeit an
die sich ständig ändert 
ergänze den Märchen-OL um einen Posten
und streiche einen
der weg ist

Du bist die Erde und ...
Meine Mutter zeigt mir
wo Wieland Förster wohnte
unweit von uns
Er floh als Junge vor der Hitlerjugend
Er ist Künstler
Vielleicht konnte er nicht anders
Sein Geburtshaus möchte ich in einen 2. Laubegaster
Stadt-OL aufnehmen
Viele seiner Skulpturen habe ich in anderen verzeichnet

Ich „verpasse“ eine Führung durch Hellerau
zu Spuren kolonialer Vergangenheit
Meine Naturführung samt Garten-Stadt-OL
soll im 2. Halbjahr dort stattfinden …

Afrika(lücke) in den Tyssaer Wänden, Foto K.L.
Der Forststeig lohnt
schlaucht
führt auch durch OL-Gebiete
Allerlei Lehrpfade
Lehrschilder
fallen mir da und dort auf

Ein Ausschnitt des Skulptur-OL dient einer Tripple-Geburtsfeier
Die Karte stammt von einer der zwei Mütter
Neben fünf Erwachsenen laufen ihn zwei Kinder mit
die Söhne

Regionale OL laufen wieder an
Und Tschechen organisieren fleißig welche

Eine Orientierungsläuferin gibt mir einen Foto-OL auf und um Schloss Augustusburg
den sie für ihren 50. Geburtstag anfertigte
da sie sich durch meine Stadt-OL hat anregen lassen
Ihr Sohn ist ein Vereinskollege
Der Kartenersteller ist der Vater
einer Vereinskollegin
die ihren Geburtstag samt des erwähnten OL feierte
Er bat mich darauf hinzuweisen
dass seine Karte alt sei
mit nur kleinen Korrekturen
Ich denke
dem Foto-OL hält sie stand

Und diese Woche wurde der Foto-OL
um die Dresdner Elbschlösser
von der OL-Kindergruppe des Post SV Dresden
als Abschluss vor den Sommerferien genutzt
Dabei konnte doch tatsächlich ein befreundeter Eliteläufer
ein, zwei Posten nicht eindeutig Bildern zuordnen
Muss er wohl mehr trainieren. ;-)

PS: Ich mag es „eigentlich“ nicht
wenn Vergangenheit in der Gegenwartsform geschrieben wird
aber das Vergangene ist in der Erinnerung gegenwärtig.

9. Juni 2020

Die Angst um (Söhne) und die Angst, Angst zu haben

Musik können alle hören, die hören, aber spielen, wer kann es
Gestern vor einem Jahr starb Janek Leibiger, ein OL-Jugendfreund. Ich, Wieland Kundisch, benannte letzten Sommer einen Stadt-OL nach ihm. Bei diesem Lauf und vorher, am Tag nach der Beerdigung, beim Sachsentrail, tauchte jeweils ein Janek vor mir auf. Ich hatte zuvor nur ihn mit dem Namen gekannt. Letzten Freitag stellten eine Kletterfreund Janeks und ich fest, dass wir uns, nachdem wir uns in den letzten Wochen kennengelernt hatten, über Janek schon länger „kannten“.
Janek meinte mal bei einem Lauftraining im Albertpark zu mir, mach was, wenn du dich unwohl fühlst, und machte und lachte.

Vorgestern wurde die neue OL-Karte der südlichen Dresdner Heide von Karsten Lehmann eingeweiht und somit erscheint jetzt auch der Lehrpfad-OL in einem neuen Licht. Da die Erdpole wandern (derziet etwa 0,2 Grad pro Jahr), ist die Karte um inzwischen 5 Grad „verdreht“ zur alten bzw. die alte jetzt im Nachhinein zur neuen.
– Rings um die Königsbrücker Heide, die fast ein Jahrhundert dem Militär zum „Spielen“ diente, führt ein Radweg und mehrere Wanderpfade mit Infotafeln. –
Das erste Mal „seit Corona“ fand in Dresden wieder ein gemeinschaftliches OL-Training mit Zeitmessung statt. Einzelne Jungs reisten dafür von Dittersbach bzw. Bad Schandau an. Ein Vater erzählte, wie froh er sei, dass sein Sohn – durch Helmut Conrad, bald 80 und mehrfacher Senioren- Weltmeister – diesen Sport hatte. Ein anderer OL-Kind-Vater bestätigte wie gut seinem Sohn der Waldkindergarten getan hätte. Andere Erwachsene konnten nicht glauben, dass Kinder alleine mit Karte durch den Wald rennen.
Wie viele Kinder werden auf Straßen von (fetten) Autos überfahren oder sterben in ihnen? In Kriegen? Durch schlechte oder Mangelernährung? Durch seelische Mangelernährung, Vereinsamung? … Werden nicht alt, falls wir Affenmenschen uns „abschaffen“. (Nach einem Buchtitel.) Oder sind wir doch im Grunde gut?
Einige singen so, andere so und Judith Holofernes singt u.v.m.:
„Die Geschichte der Welt ist ein ödes Buch
aber jeder muss es lesen
berechenbar und schlecht erzählt
und voll verquerer Thesen ...“

Das Leben ist lebensgefährlich, scheiße, schrecklich, schmerzlich und schön.

Wenn wir alle von einander wüssten, dass wir alle die selbe Sorge um uns selbst und um das Leben insgesamt in uns tragen und sie uns trägt. Wir wissen, weil fühlen es doch!

Ach, jetzt haue ich mal den Hellerauer Garten(-Stadt)-OL raus, bevor es vielleicht erst im Sommer oder später zu der Naturführung kommt.
In der Kommode vergammeln die Sachen, sollen sie doch lieber leben, genutzt werden!

16. Mai 2020

Kinder zeigen, wo es langgeht.

ohne belebte Welt kein Du, ohne Du kein Ich, ohne Ich aber Welt
Warum, wieso, weshalb sind wir so abgestumpft? Bringen Vogelstimmen noch was in dir zum Schwingen? Singst du mit? (Wann) verstummt das Summen und Brummen um und in uns? Am Mittwoch ist Weltbienentag. Bienen könnten uns mal wenigstens interessieren, wenn wir Honig löffeln. Aber sie machen, bestäuben viel mehr für uns. Und ihr größter Feind ist sicher nicht der Specht.
Maikäfer sind wieder da. 3-4 Jahre „schlummern“ sie als Engerlinge in der Erde, ernähren sich von Wurzeln, bevor sie ein paar Tage an der Oberfläche leben, fliegen, Blätter fressen, sich paaren und die Weibchen sich wieder tief, wie ein Kleinkind hoch ist, zur Eiablage in die Erde verkriechen.
Die Natur ist nicht nett, umso erfreulicher, wenn wir aufrichtig freundlich sind. Und dafür müssen wir uns nicht mal kennen, da wir doch alle auch eins sind, „aus dem selben Holz geschnitzt“ und wieder zur selben Erde werden.

Kurzsichtig sägen wir am viel zitierten Ast, auf dem wir sitzen. Dabei stiegen wir längst vom Baum der Umsicht und lernten laufen – wer weiß mit wie vielen Fehltritten und in welchem Trott.
Liebe Lesende, euer Blickfeld schränkt sich gerade um einige Grad ein. Ja, ich finde (Vor-)Lesen mittlerweile, nachdem ich es lernen durfte (eher kamen Fragen, war das Interesse geweckt) und nicht mehr musste und Geniales las, genial. Da entstehen aus karg generalisierten Zeichen und Lauten Welten. Das fordert Abstraktionsvermögen und Fantasie und ist sinn-voller als vorgefertigte Bilder, zudem noch bewegte. Ist nicht der spannendste Film das eigene Leben? Samt hoffentlich lange ungewissem Ausgang nach einem Weg möglichst im Wohlbefinden. In der Natur, aus der wir hervorgehen und die wir gleichwohl sind, begegnen wir uns selbst, dem Leben und Sterben. Es anderen recht zu machen, ist unmöglich, uns selbst es recht zu machen, nicht leicht. Für andere da zu sein, ihnen zur Selbsthilfe zu verhelfen, heißt nicht Erwartungen zu erfüllen, sondern gerne beteiligt zu leben.
Wir Menschen haben gelernt, einander zu verletzen, aus Angst und manchmal im Bestreben, es „richtig“ und „gut“ zu machen – und verlieren darüber hinaus unser (Mit-)Fühlen und unsere Verbundenheit zu uns selbst und anderen, zu allem Lebendigen. Das fängt bei einem schützenden Haus an und geht bis zu Abstandsregeln, damit keine älteren Menschen durch ein Virus ersticken und Mediziner überlastet werden. Alles hat Gründe, manchmal Abgründe.
Kanntest du einen Menschen so lange, bis er dir anvertraute, wie er erniedrigt wurde? Und darum froh ist in Deutschland Asyl erhalten zu haben und über den 1. Artikel unseres Grundgesetzes, der auch für Irrende gilt, den nun er anderen, die verachten und über andere lachen (selbst unsicher sind), gegenüber hochhält? Die Sanftmutigen müssen für alle gewinnen, denn mit den Dummen und Bösen, sofern es die gibt (man muss es ja nicht heraufbeschwören), verlieren alle. „Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will,“ schrieb vor über 115 Jahren Rainer Maria Rilke in einem Brief.

Wie kann man dieses Abstraktum von Würde, einer Achtung und eines Ermöglichens, praktisch leben? Es bleibt Arbeit und nicht leicht. Und nein, ich gebe nicht auf. Sieh den Frühling und du merkst, dass Leben nicht aufgibt bis es stirbt, was zum Prozess gehört und das ihn beendet, woraus zuvor und danach aber immer wieder neues Leben sprießt, solange ihm die Bedingungen genügen.

mit reduziert ausgewählten Schlösser-Fotos auf der Rückseite
Von Mittwoch bis heute ist WOD – World Orienteering Day. Da fanden wie auch sonst wegen des Virus allerhand Orientierungsangebote virtuell statt.
Am Donnerstag fand eins allerdings auch ganz hautnah erlebbar statt. Und zwar in der auslaufenden Notbetreuung des Dresdner Waldkindergartens, des ältesten Waldkindergartens in Ostdeutschland. Und ja, bevor Kinder Schrift lesen können, verstehen einige, gar bereits mit 3-4 Jahren, Karten, wie herum sie sie halten müssen, wenn die Elbe im Süden und ihr Wald im Norden ist. Vor Buch-staben kann man Bilder (und Spuren) lesen und Dinge in Einklang bringen, Fotos ihren realen Pendants zuordnen, wie es der Schlösser-OL (Link führt zu einem der zwei Teile) „verlangt“, machen lässt. (Natürliche Strukturen finden, organisieren sich und dafür braucht es Freiräume, die Beton und Mauern nicht liefern.) Wenn man dann sieht, wie die Kinder sich ihrer Erfolge erfreuen und diese Begeisterung sie an- und vorantreibt und sich Geist, Gehirn bildet, dann weiß man, dass OL ein Lernfeld ist, dass alle Lernfelder umfasst. Feld. Wir laufen beim OL eigentlich auch nicht querfeldein, sondern querwaldein und sind vor allem im Wald, in wilderer Natur in unserem Element und spielend, Freude ausstrahlend immer Kind, in welchem jedem stets das Wesen-tliche wiedergeboren wird.

Der Skulptur-OL wurde indessen ausprobiert, auch von Kindern. Mag sein, dass die Stadt-OL-Angebote nicht jeder und jede mag. Sie sollen und können auch keine „echten“ OL ersetzen, aber ergänzen sie und verbinden Bewegung mit Kultur, Erleben mit Wissen – wie es eigentlich alles eh nur verbunden mit und nicht losgelöst von einander vorkommt.
  
Und zum Abschluss noch passend zum Eingangsbild aus dem letzten OL-Sachsenkader-Sommer-Trainingslager die Kletterleistung von Ziegen, die nicht ganz abgestumpft und abgelenkt fasziniert, berührt(!).

25. April 2020

Schöne neue, alte Welt

Sitzstreik, gegen die Überflutung der Elbwiesen mit Eisessern
Abgesperrte Spielplätze ohne Kinder. Man kann auch die Zwischenräume zwischen Bäumen Seile zwischen diese spannend in temporäre Bewegungsräume verwandeln. Kaputte Bierflaschen auf Spielplätzen. Müll im Wald.
In NRW brannten Wälder. Es regnete hierzulande schon viel zu lange nicht. Aber dieser Erreger da verursacht immer noch die meiste Erregung und überstrahlt anderes – und macht einigen, teils vielen anderes wiederum noch deutlicher oder erst so richtig deutlich. Hilft's?

Reisten einige von uns Privilegierten nicht zu viel?! Und waren nicht mehr bei uns selbst, würdigten nicht mehr die Welt in unserer unmittelbaren Umgebung?! Klar, reisen bildet oft im positiven Sinne, aber wenn dabei die Welt drauf geht?

Die Welt muss sich nicht ändern, sie tut es. Höchstens müssen wir uns ändern, um sie für uns zu erhalten. Wir Menschen sind Natur, so halte ich uns aus (unsere Kriege und Ausbeutungen) und schätze uns (unsere Kunst und Liebe). Und wir sind im Einzelnen und als Spezies nicht wichtiger als andere, auch wenn wir das oft noch denken. Rassismus gegenüber Tieren sprach davon, also mit diesem Wort schon mal ein Mensch gegenüber Nicht-Menschen? Beim Hass und Rassismus geht es im Grunde immer um Abwertung zur eigenen Aufwertung, die keine ist, weil sie sich vergleichend an Feinde und Niederes klammert und sei es mit Nichtachtung.
Wir sind nicht ohne andere Menschen und Wesen (bis hin zu Bakterien und Viren, die irgendwie kein Leben seien) und Länder wir und ohne unsere Erde erst recht nicht. Wenn das etwa auch die deutsche Bundesregierung und die EU schnallen, besteht Zuversicht.

Mundnasenbedeckung sieht nach Redeverbot aus und fühlt sich für einige nicht leicht auszuhalten an. Gerade jetzt steigen auch Proteste noch mehr an, z.B. von Frauen für Frauen. Und vieles scheint, ist im Umbruch. Gut wird nicht alles, weil gut relativ, eigentlich nicht wirklich ist. Aber vielleicht so, dass die Hoffnung (weiterhin) nicht stirbt.

Alles digital – bloß das Leben nicht. Gefühle und Gedanken ja. Bewegung und Berührung nein. Wir sind und bleiben auch Körper. Vieler Menschen Arbeit ist nicht nur der äußeren Natur extrem entfremdet, sondern auch unserer als Menschen mit Armen und Beinen.
Es werden neben Krankheiten auch Immunisierungen übertragen. Abstand ist nicht gleich gesund, sondern auch.
Stromausfall und dann sind die, die noch Feuer machen können und ihr Essen anbauen (wenn die Felder nicht extrem riesen Heuschreckenschwärme kahl fressen), die König*innen, zumindest die Überlebenden.

Willst du in Gefangenschaft, in Isolation leben? (Es wird dir nicht dauerhaft gut gehen und gelingen.) Warum sollen das dann z.B. Delphine? Sie atmen bewusst, nicht wie die allermeisten von uns (manche lernten es wohl), und können so entscheiden mit Atmen aufzuhören, also ihr Leben so zu beenden.

Nicht mehr Zeit. Höchstens auch Zeit für anderes. Auch für dieses Projekt hier, was zwar digital Karten beziehen lässt, aber (wieder) in die Welt draußen locken soll, um zu sehen, was (wahr) ist und durch Erinnerungsstücke wahr war.


Letzte Woche wurden nun auch die beiden Veranstaltungen abgesagt, zu denen die beiden fast neusten Stadt-OLs (Nr. 19 und 20) entstanden. Der Baukunst-OL rings ums Blaue Wunder, wo heute Bäume mit Elbwasser gegoßen wurden, wurde hier schon erwähnt. Der Skulptur-OL, schon eine Weile in Idee vorhanden, ist jetzt seit Ostern auch vorerst fertig (so wie alles vorerst ist, weil stets im Wandel). Jemand schrieb spannende Geschichten zu den Plastiken auf der Bürgerwiese und im Blüherpark. Die Angebote wurden vielleicht auch schon von Sportfreunden getestet. Vielleicht, wer weiß, die meisten haben ja doch keine Zeit. Ich auch, daher machte ich sowas Unnutzes(?) wie Stadt-OLs Erstellen.
Und Ausbessern: Nebenan aktualisierte ich die Karte An der Bürgerwiese und fügte einen Posten hinzu, der aus einer Baustelle geschält wird. Und an den Rand des Großen Garten-Angebots (Entdecker-OL, Verzeihung, das ist versehentlich nur die männliche Form, aber er ist für alle da) trug ich drei Stolpersteinstellen nach, wie ich es mir seit Anfang Dezember vorgenommen hatte, als neue Stolpersteine verlegt wurden waren, und verbesserte die Parkeisenbahnstationsposten.
Nichts ist perfekt, keine Karte, kein Angebot, das wäre ja auch das Ende bzw. hätte dann nie was begonnen. Die Weltenformel muss demnach eine Ungleichung sein, damit was übrig bleibt. ;-)

Der neue OL“ scheint eh ohne extra Posten auszukommen. Berührungsloses Postenlochen war da ja auch schon ein Schritt in Richtung Nur weil ich denke, bin ich.
Dabei gilt immer auch: Wir berühren einander (mit Leib und Seele), also sind wir.
OL-Extreme nehmen auch zu und Laufrekorde durch OLer.
Und zu einer Zeit gab es soviel OL-Angebote in und im Dresden wohl auch noch nie.

Für den Teil einer interkulturellen Naturwanderung, die dieses Jahr vielleicht noch klappen könnte (mit max. 15 Leuten?), wurde schon der 21. Stadt-OL in Hellerau angelegt und erstellt, aber dazu später mehr ... falls das Später dafür ausreicht.
Man sollte sich wohl mit Voraussagen zügeln und nichts verklären. Früher war auch nicht alles schön, höchstens die Zukunft besser. Vielleicht wird ja unsere Angst enttäuscht und sie, die Zukunft, wird für die Mehrheit mehrheitlich guttuend. Träumen passiert.

Im Elbsandstein fällen Borkenkäfer Fichten. Vielleicht besser so für den Waldumbau“. Schilder informieren. In der Dresdner Heide weisen Schilder z.B. die Saugärten und auch Bäume wie Linden aus. Im Süden der Stadt, in Nickern, entstand Ende letzten Jahres ein neuer, geschichtlicher Lehrpfad. Das wäre vielleicht auch noch was für ein Stadt-OL-Angebot. ... Eine Karte dort existiert.

25. März 2020

Frühling fällt aus?

Jetzt ist ein (anderes) Foto da. Und, schon Frühling entdeckt?
Hier fehlte noch das Beweisfoto, dass der Frühling nicht ausfällt! Guck, geh raus, solange du kannst!

Ihn gab es ja schon im Winter, er zwitschert und blüht (verpassen wir ihn im Haus der Krise?), und geht vielleicht zeitweise schon wieder (zu) schnell in Sommer über. Im Lied Komm lieber Mai(!) und mache bringt man diesen (noch) mit Frühling in Verbindung. Das Wetter ist mal nicht Thema Nummer 1. Nein, auch nicht die Klimakrise (die wir versehentlich ein klein wenig ausbremsen?), das Virus ist akuter, das coronahaft um sich „strahlt“. Wir kaufen Gemüse und Obst aus Italien und Spanien. Bekommen wir es jetzt endlich mit? Die Menschheit ist „krank“ (nicht nur und auch Kranksein ist nicht nur schlimm, aber uns fehlt was ...), endlich bekommen es auch alle mit? Sicher Geglaubtes gerät aus den Fugen, Normalitäten offenbaren noch mehr als sonst Absurditäten. Was ist wirklich wichtig? Was erlauben wir Privilegierten uns auf Kosten von anderen, von denen welche natürlich weiterhin versuchen herzukommen, von Ungeborenen, die uns schon in uns anklagen? Haben wir das Hören der Vögel, das Sehen des Blühens schon verlernt? Sind wir noch zu retten? „Ich würde nicht viel auf uns verwetten,“ singt Judith Holofernes.

Wir hocken drinnen und saugen Angst auf aus einem ... in was starre ich da eigentlich? Mir fehlen Worte. Ich weiß kaum mehr, wie Tiere, Pflanzen heißen, geschweigedenn richtig aussehen, riechen, sich lebendig anfühlen, welche mir helfen, mich ernähren und den neuen schönen „Schrott“ will ich nicht kennen und nutze ihn täglich. Ja, Mensch, ich verzeihe dir, ich verstehe, bist Natur, dir haftet Trägheit an und Effizienz, ist ja alles richtig. Nur, wohin bringt’s dich? An deinen Abgrund? Hast’e das nicht berechnet? Mit deinen binären Rechenschiebern? Doch, weißt es längst. Nur das Ändern fällt so schwer – darum ersparen wir es uns? Muss erst ein Virus alles durcheinander wirbeln, auch das virtuelle, immer schnellere? Reichte das flammende Inferno in Down Under nicht?
Manche brechen zusammen, andere genießen die Freiheit des endlich einmal Nicht-mehr-mehr-Müssens. Selbst auf sich zurückgeworfen merken, dass man Teil von Gemeinschaft ist, zusammenrücken und Abstand halten – scheinbar paradoxer kann die Welt sich mal wieder nicht veräußern.

Das Jane’s Walk Festival wird wohl auch ausfallen. Wäre zwar schön, wenn nicht, aber derzeit werden zum Wohle der Allgemeinheit persönliche Rechte vorübergehend eingeschränkt. Hoffen wir, das ist weise. Vielleicht tut es gut und Not, das einmal zu erfahren – wie es Vorfahren zuweilen erging und Zeitgefährten anderswo ergeht.

2012, als es Kindergärten gab u. nicht alles den ... runterging
Das Stadt-OL-Angebot zu den interessanten Stadtspaziergängen, die für Anfang Mai angesetzt sind, bei dem mich ein ortskundiger Orientierungsläufer unterstützt(e), steht und wird vielleicht „erst“ in einem Jahr im Rahmen von der Dresden zu Fuß-Veranstaltung stattfinden. Warum nicht, warum kann vieles nicht warten? Wir haben im Erwarten das Warten verlernt, das Vertrauen, dem Urstoff des Kosmos, wie ich empfinde. Ist mir egal, ob du das so teilst, liebe*r Leser*in. Es ist mein Wahrnehmen und Wort(e)finden für das, was da ist und heute oft fehlt.

Der „Baukunst-Orientierungslauf“, der auch von nicht häuslichen Bauwerken und vorallem am Ende natürlich uns Menschen handelt, wurde vom Ersteller mehrfach absolviert und dabei verdichtet und verschönt – passend zu Malenden und Dichtenden, deren größte Künstlerin die Natur bleibt und uns alle überflügelt, überdauert. Worauf zu vertrauen ist. Einige Postenzahlen zählen zwei Kreise und so auch zweifache Hinweise/ Fragen/ Aufgaben. In Loschwitz und Blasewitz stehen viele Villen. Früher war Loschwitz vorallem Weinanbaugebiet. (Oberhalb Pillnitz’ verweisen Schilder (neue folgen?) auf die Geschichte des hiesigen Weinanbaus. Im Wald „dahinter“ beschreiben welche z.B. den Unterschied zwischen Ess- und Rosskastanie.)

Der Frühling fällt nicht aus, er liegt nicht an uns, höchstens in uns, wenn wir ihn reinlassen bzw. unsere Häuser öffnen. Er geschieht, sieh und hör, riech und fühl, so sehr du kannst!
Kulturelle Veranstaltungen fallen aus, organisierter Sport fällt aus, OL-Wettkämpfe fallen aus. Menschen sterben, immer.

Corona – „Alle“ Zahlen, Fakten, (Hinter- und Hinderungs-)Gründe“, „Das“ Buch, „Der“ Film, „Das“ Buch zum Film. „Mensch muss ja die Wirtschaft wieder ankurbeln.“ Nein, es geht ums Leben. Lasst das kranke System krachen, lasst es zu und offen, auf dass uns Organischeres, Natürlicheres gelingt! Es geht nicht nur um Machen und Macht.
Krisen sind Chancen, machen kreativ, rütteln Schlafende wach, verändern, ...
Wir werden sehen. Und fühlen, Fühlen, was schon Erhalt ist.