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10. Oktober 2021

Früchte ernten und sammeln

Klettern, Wandern und Rennen in der Sächsischen Schweiz
Manchmal vergeht viel Zeit von der Aussaat bis zum Ernten und dann ist sie doch scheinbar plötzlich vorbei.
So war es auch mit dem Garten(stadt)-OL (leicht aktualisert) und der im letzten Sommer geplanten Naturführung dort im Rahmen von Natur. Erlebnis. Räume. des Natur- und Landschaftsführervereins Sachsen in Kooperation mit Alltag Neue Heimat des Umweltzentrums Dresden.
Trotz reichlicher, aber wegen kurzfristiger Werbung, vielleicht auch wegen Corona nahmen wenige teil. Aber oft sind wenige Leute mehr Zeit mit diesen.

Hier unsere Route bei blendendem, warmem Sonnenschein und kühler Trockenheit/trockener Frische, in späterem (als die letzten trockenen Jahre) Herbstlaubfarbenanfang und im blumenblütenfarbenfrohen Altweibersommer samt Gesprächen über die Welt, Geschichte und Naheliegendes, Nahestehendes und Nahewachsendes:
Mit eigenen Augen und Füßen erfuhren die Teilnehmenden zu Beginn etwas über die Kleingärten, die ab der Industriealisierung und besonders nach dem 2. Weltkrieg zur Selbstversorgung diente, und einiges über die sandige, halboffene Beschaffenheit der Hellerberge (insgesamt rund 30m Steigung auf Forstpfaden), welche speziellen Pflanzen und Tieren wie der Zauneidechse, dem „Russischen Bären“ und dem „Schmutzfinken“ eine Heimat bietet, nachdem sie lange militärisch und zeitweilig als Flugplatz genutzt wurden – und mit denen man mehr als ein Gefangenenlager verbindet. Am Denkmal des Försters, der die Dresdner und Junge Heide sowie den Heller als Schutzgebiete bewahrte, luden Bänke zum Verweilen ein, bevor es aus dem Wald in die Außengelände der historischen Deutschen (Holz-)Werkstätten ging, durch die das ursprüngliche Hellerau entstand. Eine Reihe an Reform-Architekten schuf eine Reihe von Arbeiterhäusern samt Gärten in eigener Formsprache. Sehenswert an der Stelle sogenannte und passierbare Mistwege (Gartenwege) hinter den Häusern. Vom Marktplatz ging es vorbei an Weltmusterausstellungshäusern zum als Gondler bezeichneten „Dorf“-Teich, bevor wir auf eine neue Streuobstwiese gelangten. Das berühmte, internationale Festspielhaus im Norden von dieser bietet der Kultur- und Kunstszene Raum und seit 2016 mit seinem Garten auch Migranten und Migrantinnen einen Ort der friedlichen Integration. Ein Denkmal in diesem erinnert an einen deutschen Sportler, der durch das NS-Regime umgebracht, und eine nahe Hauptstraße an einen deutschen Menschenrechtler, der nach dem ersten Weltkrieg von Mitgliedern der preußischen Armee ermordet wurde. Am Park „Rentnerhügel“, der zur wilden Hälfte neuen Einfamilienhäusern wich, lag es nahe nach etwa 5,7km mit der – derzeit – Linie 13 zurückzufahren.
Alle waren ausdauernd und kamen noch mit zum dörflich anmutenden Rand des Stadtteils Klotzsche (Altklotzsche) und sahen, wem die kleine, alte Kirche mal „Asyl“ gewährte. Und wer da noch so neben Menschen lebt und wirkt – zum Schluss sogar, wer nicht dort war. An der Haltestelle Am Hellerrand wurde die Tour offiziell beendet.

weitere Naturtouren an den folgenden Samstagen

Was sonst noch?
Borsbergmeisterschaft der OLer am sonnigen Sonntag, 10.10.

Die Karte Weißer Hirsch wurde für die Kreis-Kinder- und Jugendspielen dort aktualisiert und ist es jetzt auch für den Fenster-OL.

Nach der OL-Saison wird geplant: für einen OL für Polizisten, einen Schul-OL in der Heide, das 2. Abschluss-(Kinder- und Jugendtraining)-OL-Training, den 6. Dresdner Sprint-OL und den Klassiker Vielposten-OL, für die OL-Vereinsmeisterschaften, den Kinder-OL dazu und meinen nächsten Wichtel-OL (auch für Schüler und Kinder), der wohl das nächste Stadt-OL-Angebot beinhaltet.

Und wieder wich eine Baustelle einem neuen Innenhof und stolperte ich nebenbei über ein umgesetztes Denkmal. (Ein ehrliches Hoch auf Bauarbeiter, Hoch- und Tief-, Innen- und Außenbau, und auf Pflege- und Reinigungskräfte! Arbeiten, die andere aus anderen Ländern „uns“ wegnehmen und wir nicht machen wollen?!)
Das betrifft den Kultur-OL (und den Geschichts-OL). Wenn das meine Lohnarbeit wäre, wäre es längst aktualisiert ...
Aber manchmal kommt man weder mit dem Säen noch mit dem Ernten (rechtzeitig) hinterher. Und gibt's noch anderes im Leben. Zum Glück.

23. September 2021

spät Sommer und Herbstlust

Nach einem Jahr und über 4 Monaten klappte es!
Das Jane's Walk Festival fand statt. Darunter ein Stadt-(OL-)Spaziergang am und übers Blaue Wunder. Mit ganzen 4 Teilnehmenden. :) Gemütlich so und schön, die Sonne schien zum kalendarischen Herbstanfang und es wurde eine erfreuliche kleine Wanderung vom Körnerplatz runter zur Elbe, hinauf über die Loschwitzer Kirchspitze und weit übers Blaue Wunder auf die Aussichtsplattform der Schwebebahn und wieder hinab zur Grundstraße und hinüber zum Schillerplatz. Wir waren wenige, wir nutzten die geplanten Abkürzungen. Manchmal ist weniger mehr. Die Teilnehmer dankten herzlich, eine war bereits vor 2 Jahren wie ich bei einer Erich-Kästner-Führung im selben Rahmen dabei, stellten wir fest. Und vielleicht ist sie und ist einer ja auch bei kommenden Wanderungen durch Dresdner Natur und Flur bzw. die Natur der Sächsischen Schweiz des Natur- und Landschaftsführer Sachsen e.V. und von mir zugegen. So wie hier der (abgekürzte) Baukunst-OL als Grundlage diente, wird es am 9.10. u.a. der Gartenstadt-OL sein.

Vielleicht nutzte ja bereits ein Mann aus Polen einen der Dresdner Stadt-OLs?
Er fragte mich vor einem Monat bei Wettkämpfen im Rahmen des sächsischen Jugendtrainingslagers nach OL-Möglichkeiten und -Angeboten.
In einigen anderen europäischen Ländern gibt es und sieht man viele Festpostennetze.

Seit heute gibt es nun auch Fotos vom erwähnten Trainingslager.

Für die Jugend und die Kinder ist die Zukunft!
Am Freitag ist wieder globaler Klimastreik.
Auf der Weit im Süden-OL-Karte prankt das FFF-Logo. Die dort gelegene Montessorischule Huckepack wird erweitert, die Baustelle ist auf der Karte eingetragen, ein Weg zeitweise nicht mehr durchführend.

Nächsten Dienstag findet – verschobenen – der OL zu den Dresdner Kreis-Kinder- und Jugendspielen 2021 statt.
Und auch einige Schul-OL fanden und finden wieder in Dresden statt. Eine neue Schul-OL-Seite wird vielleicht auch aufgebaut ...

Seit dem September nahm nach langer Pause - mit einigen umständlichen Einschränkungen, aber eben doch – auch das nationale OL-Geschehen sprichwörtlich wieder Fahrt auf. Deutsche Meisterschaften konnten ausgetragen werden, weitere folgen und letztes Wochenende gewann der sächsische Jugendkader zum 28. Mal (von 30-mal) den Ländervergleich!

Durch einen Geocacher – mit Orientierungsläufern verwandt – könnte dieses Jahr noch ein spezieller Stadt-OL auf der vorhandenen Karte vom Waldpark Blasewitz dazukommen. Wir werden sehen.

Und überall wird wie immer gebaut, auf der Prager Straße muss die Karte angepasst werden, im Blüher Park neben dem Hygiene-Museum entstanden neue Wege, in Laubegast ist ein Bücherschrank, kaum war er da, wieder weg. ...

Manchmal scheint uns der Sommer spät zu erreichen und manchmal bringt der Herbst nicht nur Früchte, sondern auch Freude, als sei Frühling. fast

Manchmal ist weniger mehr.

Alle Fotos hier sind von Ludwig Lehmann, 2020.

30. Januar 2021

Teilweißer Winter ohne Ruhe

altes Handyfoto: Altstrehlen mit Laterne und Herrnhuter Stern

Das Jahr 1 Corona ist vorbei. Es schneit und regnet, Kristalle zerfallen. Frau Holle gestaltet sie.

Was tue ich für meinen Lebenserhalt? Die Viren reproduzieren sich ohne zu leben.

Wie viel Natur richten wir Menschen mit unserer Natur zugrunde?


Ist die Heilige Nacht noch heil, heilsam, wenn nicht dunkel, wenn wir nicht in ihr schlafen?

Weihen wir Weihnachten oder nur noch den Konsum – nun online und machen einzelne noch reicher und mächtiger?

Sind die Rauhnächte noch rau? Zwingt, bringt uns nichts mehr zur Stille, außer der Tod? Haben wir fast jede Demut vor dem Leben verloren? Regiert uns die Angst? „Tat“ sie das nicht immer?

Haben wir Menschen alles vereinnahmt? Können wir nicht anders?

Haben wir Licht gemacht, um nachts zu sehen, und Feuer, um uns und andere zu wärmen (weil wir unser Fell verloren, um attraktiver zu sein?), später Essen genießbarer und verdaulicher zu machen, und Tiere, die uns fressen würden, damit fernzuhalten?!

Viren mutieren und das nicht nur anderswo, es ist ihre Natur, sie sind nicht gegen uns und dass sie uns brauchen, können sie nicht wissen. Können wir von ihnen lernen? Wenn ja, was?


Es (was auch immer) allen recht machen, geht nicht, also mache ich es mir recht, komme meinen Bedürfnissen nach – welchen, welchen zuerst und wie? Ist das weise oder auch wieder ökologisch Scheiße?


Foto-OL-Posten 8 im Zwinger unter einer Baustelle verborgen

Zum OL: Training findet individueller denn je statt oder digital, was kein echter sein kann. Ich sehe kein Heil in Technologie und mehr Digitalisierung, sondern vorteilbehaftete Verschiebung, die uns an den Abgrund brachte und noch mehr bringt.


Schweizer*innen nutzten den letzten Sommer für das Erklärvideo NORDA: OL-Kartelesen für Anfänger*innen bzw. Einsteiger*innen.


Die Dresdner Innenstadt wurde zur „Geisterstadt“. Krähen „übernahmen“ sie. Mindestens zwei liefen in Begleitung hindurch, guckten genauer hin, entdeckten, ein Denkmal ist weg, und nahmen ein anderes, eine menschliche Skulptur aus Holz interessiert, erfreut mit auf, verbesserten die Karte.


Und die Studierenden aus anderen Ländern, liefen sie den Photo-O? Ich weiß es nicht und fragte nach. Vielleicht verkrochen sich lieber alle, weil das angeblich sicherer sei. … Sie hatten sehr viel Spaß, mindestens zwei, die sich zurückgemeldet hatten, nach Aussage der Kontaktperson.


Ein anderes, dort ansässiges Paar (Vereinsmitglieder) lief durch Hellerau, dankte für den Garten-Stadt-OL, weihte ihn damit ein. Ein anderer OLer verschenkte diesen weiter. Auch hier wurde durch Hinweise korrigiert. Die Naturtouren „Natur. Erlebnis. Räume.“, die 2020 ausfielen, bei denen der Garten-OL der 2. Teil (m)einer ist, bekam formal grünes Licht für 2021, können also hoffentlich im Sommer stattfinden.

 

Vielleicht machten wie angedacht auch andere, ältere Orientierungsläufer*innen „nebenan“ den Kur-Forst-OL im Kurpark Klotzsche, dessen Grundkarte verbessert wurde. Wer weiß, das Netz muss und kann nicht alles wissen. Aber ich weiß, dass es noch viele alte Menschen gibt, sehe sie, sehe sie sich bewegen, im Wald. Alte Menschen sterben, das ist Natur (wie sehr verhindern wir das, versuchen es), aber viele werden auch relativ gesund alt.

 

Mindestens (m)ein Elternpaar nutzte vor Weihnachten noch den Fenster-OL am Weißen Hirsch. 

Und zu Neujahr liefen welche durch die Heide und sahen neu nachgezeichnete Wegzeichen. Ideen gibt es viele, wie dass derartige Stadtwald-OL einem Kindergeburtstag dienen könnten. 

 

Und der Sterne-OL? Den machten mitbekommen ein paar (kleingeschrieben), aber weniger die Fragen sich beantwortend (außer der Testerin). Nun ja, flinke OLer*innen halt, rennen lieber von Zuhause aus hin und zurück, durch die Stadt und kommen so nebenbei auf einen Halbmarathon. 

 

Im Märchen-OL in Altstrehlen, durch das der Kaitzbach fließt, wurde ein mythisch anmutender Posten ergänzt.

Schnee! (Kinder-)Freude am 14.1. in der Nähe der Heidemühle

Indes sollen OL-Karten wieder katalogisiert werden und kommt die Welt der Dokumentation ihres Niedergangs nicht nach. Und gibt es die Idee Festpostennetz im Ostragehege. Was ergibt wie Sinn? Wenigstens Freude sollte es machen – aber nicht auf Kosten anderer.

Auch Laufrunden abseits des Bebauten, Versiegelten – wie es oft und öfter zu lesen ist – werden sich ausgedacht in der Ermangelung von Läufen weiter weg und Wettkämpfen. Können uns Einschränkungen nicht auch innovativer machen? Bewirken sie das nicht immerfort, und wir lösen uns aus ihnen, um neue zu schaffen?


Zuletzt noch ein Hinweis auf einen Bericht über Martin Nolte, der für dieses Projekt zu rechtlichen Fragen Antworten gab, und Mitte der 90er 2-mal den 24-Stunden-OL mit dem USV TU Dresden lief. Auch in Wikipedia schrieb wer was zu ihm.

Und zu allerletzt noch ein bisschen spannende ((west)deutsche) OL-Geschichte.

29. Oktober 2020

Wellen, Barrikaden, Sorgen

Wie begegnen wir (Natur)Gewalt? Wie gehen wir mit Angst um, wie mit unserer Sterblichkeit? Niemand kommt heil raus, aus dem Leben.

Die perfekte Welle gibt es nicht, jede bricht, einige schlagen zu
Gewalt und Frieden
Ich werde gewinnen, sagte die Gewalt. Ich bin stark und du bist schwach.
Ich, sagte der Frieden, werde nicht gegen dich kämpfen.
Doch, drohte die Gewalt, ich werde dich angreifen und du wirst dich mit allen Mitteln verteidigen und keine Chance haben.
Wir
sprechen von uns, sagte der Frieden, du sprichst von dir, ich spreche von mir. Ich liebe, mich wird es immer geben, ich bin Urzustand und Bedürfnis aller und lerne mit Angst zu leben.
Da zerstörte und tötete die Gewalt den Frieden, als bräuchte sie keine Menschen, und der Frieden schwieg, wurde wiedergeboren und blühte neu auf.


Posten 50 des Baukunst-OL: Das Blaue Wunder wurde vor über 127 Jahren erbaut, hielt u.a. Hochwasser stand, wurde am Ende des 2. Weltkrieg fast zerstört von der sich zurückziehenden Wehrmacht und von mehr als zwei Bewohnern bewahrt. Am 30. Jahrestag der Deutschen Einheit demonstrierte eine kleine „Welle“ aus Heidenau sich im Recht glaubend auf eben dieser hellblauen Stahlbrücke und demonstrierten bunt und wütend, auch radelnd, viele mehr dagegen. Der Durchgangsfußverkehr, auch meckernder, befand sich auf der „Gegenseite“ der Rechten, als ließen diese, von Polizei geschützt, keinen bei sich zu, wenn sie das Sagen haben.
Unweit mahnt ein Zitat Schillers: „Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie!“
Auf eben diesem Schillerplatz ist am Dienstag, Donnerstag und Samstag Markt, kann man u.a. Brot aus dem nahen Tschechien kaufen. Noch etwas weiter steht eine Glocke, die für die neue Frauenkirche angefertigt wurde und deren Standort ich in die betreffende Karte nachtrug.

Ein OLer, der bei der Bundeswehr arbeitet, fragte letztens nach Dresdner Stadt-OL-Angeboten.

Alle Wände stehen auf Vergangenem
Die Stadt wandelt sich dermaßen schnell, dass manche (älteren) Menschen, die schon immer bzw. lange hier leben, sie kaum wiedererkennen. Baustellen, derzeit alte Gemäuer, da wo das neue Rathaus entstehen soll. Gegenwart, die auf Geschichte baut, die sie überbaut, die noch was von ihr zeigt. Der Geschichts-OL zeigt ein paar Hinweise zu Aufständen, Demonstrationen, zu Menschen, zu alten Gebäuden – ein weiterer Hinweis auf die ehemalige Sophienkirche wurde bspw. aufgestellt. Obdachlose … Menschen. Menschen, die Menschen verachten, umbringen.
Viren, Informationen, Bakterien, getarnt als „Wahrheiten“ schlecht tuende Meinungen verbreiten sich, Mutlosigkeit verbreitet sich, gut Tuendes verbreitet sich. Kontakte brechen ab, Chancen auf bewusste Lösungen gehen unter. Und so bleibt schweigsame Zeit, die Wunden vielleicht heilt.

Der Graupaer Naturlehrpfad ist fertig und geht in den Pillnitzer Weinwanderweg über. Auch der Archaeo-Pfad lädt zum (Kennen)Lernen ein.

Freude stirbt nicht, schweigt zeitweise, kehrt wieder wie Frühling
Auch im Harz, dem der Borkenkäfer derzeit sehr zusetzt, gibt es viele Wanderwege und (Natur)Lehrschilder. Ein Teil des Grünen Bandes führt durch ihn und ein Wanderweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die immer noch eine bildet.

Regenwaldvernichtung und menschliche, soziale Grenzen, die nicht geachtet werden – derzeit läuft ein Kinofilm zu Bruno Manser und seinem Wirken. Solange Kinos noch offen sind. Die Stimme des Regenwaldes Ein anderer Film der sich mit Menschen, ihren Gefühlen und Gewalt beschäftigt: Und morgen die ganze Welt Kunst ist nicht nur wichtig, sie ist (ur)menschlich, doch geht ihre Freiheit nicht über die, über unsere Menschenrechte – zum Schutz vor uns, vor menschlicher Willkür.

Die nächsten fünf Samstage sollen eigentlich bereits verschobene Naturtouren vor allem auch für und mit Menschen nichtdeutscher Herkunft stattfinden. Wie entwickeln sich allerdings die Rahmenbedingungen? Einschränkungen im Freizeit- und Kulturbereich, Menschen, die das nicht hinnehmen (können und wollen), z.B. im Gaststättengewerbe. Meine Wanderung führt am 7.11. über den Heller und durch Hellerau (Garten-OL) – mit maximal 10 Teilnehmer*innen – oder nicht?

18. September 2020

Und sie dreht sich weiter, die Welt, ohne unser Zutun.

Sie dreht sich und die Tage und die Nächte vergehen und manchmal vergeht einem auch mehr dabei.

Manchmal sieht man und versteht und manchmal steht man auf dem Schlauch, den man versucht aufzupumpen, gar zu flicken.

Sie dreht sich, trotz persönlicher Sorgen, die einen, egal wo, einholen und überrollen, als würden sie nicht wollen, dass man sie verstünde. Als hätten Sorgen einen Willen! Sie fragen nicht, als sei es ihnen egal. Als sei man Luft. Sie grüßen höchstens schmerzverzerrt und danken höchstens als Angst vor und um.

Sie dreht sich, trotz Moria und trotz aller Gewalt gegen Frauen und Kinder – und gegen Männer und Menschen, die nicht in diese Teilung passen.

Männern, dazu „weißen“ (hell(er)häutigen) und auch noch älteren, aber das Schmerzempfinden und Angst und Mitgefühl abzusprechen und sie auf ihre, uns auf unsere Triebe zu reduzieren, ist wieder eine Entmenschlichung, die keinem wirklich weiterhilft. Wir haben alle männliche und weibliche Anteile, ist so.

Und trotz allem sind wir „Im Grunde gut“? Schreibt Rutger Bregman, ein recht junger niederländischer Historiker. Ja, hätten wir Menschen alle (s)ein gutes Menschenbild! Das kann mensch erlernen. Manche halten aber derart hart am schlechten Menschenbild fest, als tue es ihnen gut.

Uns geht es gut, wenn wir die Probleme der Welt vergessen (können). Ist das das Bedürfnis nach Paradies und glücklicher Kindheit, ob wir sie nun mehrheitlich hatten oder nicht?


OL und Trainingslager war mir meist Paradies. (Keine Zeit zum Denken, Schreiben.) Nichts bleibt, wie es ist.

Hoffentlich steht es länger, Nähe Blaues Wunder, L. Lehmann

Beim O-Fest im tschechischen Isergebirge (für die OL-WM, die nächstes Jahr zum Teil dort stattfinden soll) wurden und werden u.a. Foto-OL(-Wanderungen) angeboten, für die „keine“ Zeit war, die mich aber an den Dresdner Stadt-OL denken ließen und ich reizvoll finde wie die Landschaft dort, die noch viel mehr.

Auch im und rings ums schwedische Ronneby, als ein mir weiteres bekannt gewordenes Beispiel, gibt es Festposten und bietet die Stadt auch sehenswerte Ecken. Nicht die dreckigen. Wald tut spürbar gut, ist ohne Mensch nicht dreckig, selbst mit oft noch und hat auch keine Ecken. Im Wald am dortigen OL-Klubhaus werden wöchentlich Posten neu verteilt, hängt aber auch Stacheldraht, gehen wöchentlich ältere bis alte Leute eine Standardrunde mit wechselnden, aktuellen Fragen abspazieren, fliegen aber auch Kampfflugzeuge rasend und ungeheuer teuer über sie hinweg.


Auch im Sommer geistreich: das Riesengebirge, F. Richter

In unserem Blasewitzer Waldpark wurden viele Bäume gefällt. Hitze, Borkenkäfer. Ist er zu retten, der Park? Wird es gehen? Woanders in Deutschland begann der „Waldumbau“ (Wald-wieder-mehr-sich-selbst-überlassen) früher. Wie viel Amazonasregenwald bleibt übrig? (Dein) Steak aus Südamerika, gar einiges Fleisch von hier lässt ihn brennen. Die Tiere brauchen Futter. Das Futter muss irgendwo wachsen. Dass Australien großflächig brannte, ging in der „Coronapanikmie“ unter. Covid ist kein Zufall. Auch hier spielten globale Lieferketten eine Rolle, z.B. dass ein Japaner Schwein aus Deutschland isst. Ist die Macht einzelner, weniger „schuld“? Wie sie brechen, unterbinden? Ging das in Urgesellschaften (gut)? Bregman meint: ja.


Flößerbrücke übern Fuchsbach, Sächs. Schweiz, N. Peters
Im Großen Garten sind die Bäume noch heil? Die, die Stürme nicht umschubsten. Früher, in der DDR war da „Volks-OL“ kein Problem. Steht in dem Buch OL-lerlei – Geschichte und Geschichten aus 7 Jahrzehnten.

Zum 1. Mal seit 53 Jahren wurde der OMM abgesagt, der Original Mountain Marathon – ein sehr-sehr-Langstrecken-2er-Team-2-Tage-OL mit Gepäck in Großbritannien, der anderen solcher Laufverrücktheiten als Vorbild diente. Letztes Wochenende wurde noch in kleiner Runde dafür im Bielatal trainiert. Hier dienten besondere Orte wie Denkmale, Quellen, Berggipfel als Posten und der Postennachweis war ein fotografisches Selbstporträt, neu Selfie genannt. Auch fielen mir neben dem Forststeig wieder Lehrschilder in der Region auf. Beim Sport: keine Zeit dafür. Wenn ich alt bin. …

Im November soll nun die Naturwandertour „hell, Heller, Hellerau“ (samt Gartenstadt-OL) im Rahmen des Mikroprojektes Natur.Erlebnis.Räume. stattfinden.

Das Jane's Walk Festival (samt Baukunst-OL) wurde auf den Mai 2021 verschoben.

Der Kinderhof-OL soll mit der DAA-Erzieherklasse 8 auch nachgeholt werden. Wann?

Und Anfang Dezember soll mein 5. Dresdner Stadt-OL 2020 (ein Foto-OL!) eingeweiht werden – soweit der Plan, allein das Leben könnte „dazwischen funken“. Dafür muss, darf ich aber erst einmal fotografieren und Welt anschauen gehen. … Sie dreht sich ja noch, trotz allem. Sie kann wohl nicht anders, als uns zu tragen.

16. Juli 2020

Mutter

letzte Meter Sachsentrail2019, Foto K.Leideck
Du stillst mich noch immer
das Bluten meiner Wunden und
… „falsche“ Datei offen

„Gehört nicht hierher
gehört nicht zusammen
Konzentriere dich!
Mach!“
Ja, tue ich ja immer
im Leben
Was bleibt mir anderes übrig
Darf ich es bitte spielerisch gerne

Du wirst mir noch zuhören
wenn du nicht mehr bist …
Ich fahre durch die Stadt
Autos überholen
stehen am Straßenrand
kommen aus Seitenstraßen
es ist regenglatt
Ein Moment und es könnte vorbei sein
Das Leben scheint zuweilen banal
geht irgendwann zu Ende
absehbar

Ich entdecke eine neue Baustelle
ein Platz ist fertig, neugestaltet
sieht anders aus als vor einer Weile
vor Jahren noch
ein Denkmal wurde versetzt
Ich korrigiere die Karte Altstrehlen
wo OL-Freunde und ich einmal wohnten
passe sie wieder der Wirklichkeit an
die sich ständig ändert 
ergänze den Märchen-OL um zwei Posten
und streiche einen
der weg ist
weg

Du bist die Erde und ...
Meine Mutter zeigt mir
wo Wieland Förster wohnte
unweit von uns
Er floh als Junge vor der Hitlerjugend
Er ist Künstler
Vielleicht konnte er nicht anders
Sein Geburtshaus möchte ich in einen 2. Laubegaster
Stadt-OL aufnehmen
Viele seiner Skulpturen habe ich in anderen verzeichnet

Ich „verpasse“ eine Führung durch Hellerau
zu Spuren kolonialer Vergangenheit
Meine Naturführung samt Garten-Stadt-OL
soll im 2. Halbjahr dort stattfinden …

Afrika(lücke) in den Tyssaer Wänden, Foto K.L.
Der Forststeig lohnt
schlaucht
führt auch durch OL-Gebiete
Allerlei Lehrpfade
Lehrschilder
fallen mir da und dort auf

Ein Ausschnitt des Skulpturen-OL dient einer Tripple-Geburtsfeier
Die Karte stammt von einer der zwei Mütter
Neben fünf Erwachsenen laufen ihn zwei Kinder mit
die Söhne

Regionale OL laufen wieder an
Und Tschechen organisieren fleißig welche

Eine Orientierungsläuferin gibt mir einen Foto-OL auf und um Schloss Augustusburg
den sie für ihren 50. Geburtstag anfertigte
da sie sich durch meine Stadt-OL hat anregen lassen
Ihr Sohn ist ein Vereinskollege
Der Kartenersteller ist der Vater
einer Vereinskollegin
die ihren Geburtstag samt des erwähnten OL feierte
Er bat mich darauf hinzuweisen
dass seine Karte alt sei
mit nur kleinen Korrekturen
Ich denke
dem Foto-OL hält sie stand

Und diese Woche wurde der Foto-OL
um die Dresdner Elbschlösser
von der OL-Kindergruppe des Post SV Dresden
als Abschluss vor den Sommerferien genutzt
Dabei konnte doch tatsächlich ein befreundeter Eliteläufer
ein, zwei Posten nicht eindeutig Bildern zuordnen
Muss er wohl mehr trainieren ;-)

PS: Ich mag es „eigentlich“ nicht
wenn Vergangenheit in der Gegenwartsform geschrieben wird
aber das Vergangene ist in der Erinnerung gegenwärtig

9. Juni 2020

Die Angst um (Söhne) und die Angst, Angst zu haben

Musik können alle hören, die hören, aber spielen, wer kann es
Gestern vor einem Jahr starb Janek Leibiger, ein OL-Jugendfreund. Ich, Wieland Kundisch, benannte letzten Sommer einen Stadt-OL nach ihm. Bei diesem Lauf und vorher, am Tag nach der Beerdigung, beim Sachsentrail, tauchte jeweils ein Janek vor mir auf. Ich hatte zuvor nur ihn mit dem Namen gekannt. Letzten Freitag stellten ein Kletterfreund Janeks und ich fest, dass wir uns, nachdem wir uns in den letzten Wochen kennengelernt hatten, über Janek schon länger „kannten“.
Janek meinte mal bei einem Lauftraining im Albertpark zu mir, mach was, wenn du dich unwohl fühlst, und machte und lachte.

Vorgestern wurde die neue OL-Karte der südlichen Dresdner Heide von Karsten Lehmann eingeweiht und somit erscheint jetzt auch der Lehrpfad-OL in einem neuen Licht. Da die Erdpole wandern (derzeit etwa 0,2 Grad pro Jahr), ist die Karte um inzwischen 5 Grad „verdreht“ zur alten bzw. die alte jetzt im Nachhinein zur neuen.
– Rings um die Königsbrücker Heide, die fast ein Jahrhundert dem Militär zum „Spielen“ diente, führt ein Radweg und mehrere Wanderpfade mit Infotafeln. –
Das erste Mal „seit Corona“ fand in Dresden wieder ein gemeinschaftliches OL-Training mit Zeitmessung statt. Einzelne Jungs reisten dafür von Dittersbach bzw. Bad Schandau an. Ein Vater erzählte, wie froh er sei, dass sein Sohn – durch Helmut Conrad, bald 80 und mehrfacher Senioren- Weltmeister – diesen Sport hat. Ein anderer OL-Kind-Vater bestätigte, wie gut seinem Sohn der Waldkindergarten getan hätte. Andere Erwachsene konnten nicht glauben, dass Kinder alleine mit Karte durch den Wald rennen.
Wie viele Kinder werden auf Straßen von (fetten) Autos überfahren oder sterben in ihnen? In Kriegen? Durch schlechte oder Mangelernährung? Durch seelische Mangelernährung, Vereinsamung? … Werden nicht alt, falls wir Affenmenschen uns „abschaffen“. (Nach einem Buchtitel.) Oder sind wir doch im Grunde gut?
Einige singen so, andere so und Judith Holofernes singt u.v.m.:
„Die Geschichte der Welt ist ein ödes Buch
aber jeder muss es lesen
berechenbar und schlecht erzählt
und voll verquerer Thesen ...“

Das Leben ist lebensgefährlich, scheiße, schrecklich, schmerzlich und schön.

Wenn wir alle voneinander wüssten, dass wir alle die selbe Sorge um uns selbst und um das Leben insgesamt in uns tragen und sie uns trägt. Wir wissen, weil fühlen es doch!

Ach, jetzt haue ich mal den Hellerauer Garten(-Stadt)-OL raus, bevor es vielleicht erst im Sommer oder später zu der Naturführung kommt.
In der Kommode vergammeln die Sachen, sollen sie doch lieber leben, genutzt werden!