4. Oktober 2018

Endlich – Trimm dich! Und: Stadtrundgang bewegt

OLer 2012 am Umweltzentrum Dresden
Es dauerte ein Jahr, Ende September wurde die (vorerst) finale Version des (neuen) Trimm-dich-OL im Waldpark Blasewitz in Zusammenarbeit mit einer Dr. der Physiothearpie der Carus Akademie des Universitätsklinikums Dresden erstellt. Eine freie PDF-Datei enthält das Gesamtpostennetz samt Beschreibungen aller Bewegungsübungen, die an den Bänken im Park zur Kräftigung, Stabilisation und Dehnung wiederholt werden sollen, eine andere sechs verschieden lange Strecken (ca. 1,5-3km), die für Orientierungslauf-Ungeübte über die Wege kleine interessante Orientierungsaufgaben und Routenwahlen ergeben – kognitives Training also inklusive. Wahlweise kann eine Bahn über Umwege auch verlängert werden. Der erste Test ist für den 25. Oktober angedacht. Ein Bericht soll folgen.

Heute beginnt das Weltcupfinale in Tschechien, genauer in Prag, mit einem Knock-out-Sprint. Morgen folgt eine Sprintstaffel, übermorgen eine Mitteldistanz im Böhmischen Paradies bei Turnov und am Sonntag folgt ein Einzelsprint – abermals in urbanem Gelände. Sieben Dresdner Orientierungsläufer_innen nehmen daran teil, eine für Estland.

2021 findet die WM in Nordböhmen statt. Ab 2019 und 2020 werden die Wald- und Sprintdisziplinen im 2-Jahresrythmus in getrennten WM ausgetragen.

Eine russische Weltspitzenorientierungsläuferin nahm in Vorbereitung auf den Weltcup ihren Feinschliff in Dresden und der Sächsischen Schweiz, wo vor mittlerweile 14 Jahren jeweils das Weltcupfinale stattfand. Gute Gelegenheit die Baustellen in der Innenstadt auf der Karte zu aktualisieren. Bombenlücken wachsen zu bzw. werden wieder bebaut.

Am gestrigen Tag der deutschen Einheit führte ein Stadtrundgang (samt Kultur-OL-Karte) unter dem Thema Flucht und Zuflucht in Dresden von der Trümmerfrau über den Breslauer Zwerg und dem Denkmal passend zum Feiertag südlich der Kreuzkirche zu den Stolpersteinen für Familie Schneck. Weiter ging es über die Prager Str., wo es den Fragen-OL gibt. Ein neues Mahnmal, sowohl auf dem Boden als auch auf einer Infosäule erinnert an den 8. Oktober 1989. Am Hauptbahnhof erinnern gleich drei Tafeln an verschiedene Flucht- und Protestbewegungen an dortiger Stelle bzw. Verfolgung und Ermordung. Wer waren Joseph Kopsch und Kurt Koch?
Sowohl der Kultur-OL als auch der Fragen-OL wurden um je zwei „Posten“ erweitert.

In anderen Städten Europas und der USA ist es längst keine Seltenheit mehr, dass essbare Pflanzen mitten in der Stadt angebaut werden. Entdecke, wo! (Permakultur ist beispielsweise auch Kultur. Kultur (von lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“) ist ja überhaupt alles, was wir Menschen machen, das wiederum vergessen wir zuweilen.)

Das Projekt des Umweltzentrums Dresden Urbanität & Vielfalt arbeitet auch in Berlin und Marburg unter dortigen Trägern mit der Stadtbevölkerung am Artenschutz von alten (Kultur-)Pflanzen. Es wird Zeit, immer mehr (wieder) u.a. solche grünen Wege zu gehen, und bleibt Anfang.

19. September 2018

Viel los – für Frieden und Leben

Lust einen Stadt-Spaziergang mit Karte zu machen?!
Der September ist die kurze Kernzeit der 2. OL-Saisonhälfte hierzulande.

Auch ohne Vereinshilfe bieten Dresdner Lehrer_innen ihren Schülern und Schülerinnen Orientierungsläufe an. Schön.

Vom 13. bis 16. September fanden in Berlin und anderswo die Deutschen Waldtage 2018 – inklusive thematischem OL-Beitrag – statt.
Die deutsche Wiedervereinigung wird besonders in der Hauptstadt am 3. Oktober groß gefeiert. Sie ist nicht abgeschlossen, hinterließ Wunden, doch können wir froh sein, dass es sie gab. In Korea ist es anders.

Vom 23. bis 30. September findet in Frankfurt die Europäische Woche des Sports 2018 statt.

Viel wird geschimpft über die EU und Europa, sie schottet sich ab, ist auch ein Militärbündnis, beutet weiterhin u.a. Ostafrika aus (es gibt nicht nur unfaire Handelsverträge gegen EU-Bürger) und ist voran Deutschland durch Handel (besonders auch Waffenexporte) mit für Fluchtursachen verantwortlich. Doch bedenken und danken wir, was sie, die EU, uns alles für Vorteile brachte und bringt?! Mehr Zusammenarbeit, Frieden, offene Grenzen – Reisefreiheit, einfacheres Auslandsstudium, ...

Am 21.9. ist Weltfriedenstag (der Vereinten Nationen). Am 1.9. ist Friedenstag in Deutschland, da Deutschland am 1.9.1939 Polen überfiel und damit der 2. Weltkrieg offen begann.

Und vom 15. September bis 6. Oktober laufen 2018 die InterkulturellenTage in Dresden mit vielen Verstaltungen.


Nachdem eine Radfahrerin tödlich verunglückte (die Frau und Mutter hatte bei einem OL-Kindertraining in Dresden geholfen) eröffnete der ADFC eine Petition für Radfahrerschutz auf der Sankt Petersburger Str. in Dresden.

Dresden gilt (noch) als grüne, heißt hier baum- und pflanzenreiche Stadt. Dennoch wird in Sachsen der Baumschutz eingeschränkt – ein Schreiben für mehr Naturschutz in der Stadt.

Für Kohle, die als Energielieferant überholt ist, soll in Deutschland Wald gerodet statt Wald erhalten werden? Ist uns der Klimawandel egal? Nein, spätestens dann nicht, wenn wir leiden und noch mehr Menschen fliehen.

Wir produzieren viel zu viel ... Es gibt Tipps zum Vermeiden von Plastik(müll) im eigenen Haushalt und Alltag.

In unseren Meeren, unserer Lebensgrundlage Wasser schwimmt (Mikro-)Plastik, werden u.a. (trächtige) Wale getötet und im Mittelmeer ertrinken Menschen.

Sie fliehen nicht freiwillig, das ist kein Genuß. Und wie werden sie hier empfangen? Mitunter zum Glück auch gastfreundschaftlich. Hinter alle stecken Einzelschicksale, manche werden abgeschoben. Und am Ende rettet ein syrischer Arzt, der per Visum hier ist, einem Ausländerfeind das Leben.

Wie steht es um Menschen-, insbesondere auch Kinderschutz – vor Krieg, Rassismus, Machtmissbrauch, häuslicher und staatlicher (Polizei-)Gewalt und/oder Gewalt in der Psychiatrie?

Das Bündnis Sachsen sagt Nein zum sächsischen Polizeigesetz (genauso in Bayern).

Eine deutsche Partei nutzt und höhlt die Demokratie aus. Wie sieht es mit dem Verfassungsschutz aus? Schützen wir unsere Verfassung?

Menschen verletzten Menschen(rechte) – auch im durchschnittlich gesehen Wohlstandsland Deutschland. Alle Menschen sind Ausländer – fast überall. In Westdeutschland sind viele Menschen aus anderen Ländern seit vielen Jahren integriert. Und in Ostdeutschland tuen auch viele gut.

Was Umwelt-, Arten- und Menschenschutz alles mit Sport/gesunder Bewegung, speziell (Stadt-)OL sowie Kultur und (Lernen aus der) Geschichte zu tun hat? Wer das nicht ahnt und merkt bzw. wem das nicht klar ist, dem kann man es wohl auch nicht erklären.

20. August 2018

Zu Gast in Laubegast

die Elbe – nie und immer die Selbe, Foto: Diethard Kundisch
Letzten Freitag weihten einige, genau genommen 12 Dresdner Orientierungsläufer bzw. welche aus 4 verschiedenen Ländern (Deutschland, Finnland, Lettland, Tschechien) den neuen Stadt-OL am Laubegaster Ufer ein. Bei manchen Fragen mussten sie um die Ecke denken, manche „Aufgaben“ ließen einfach nur staunen – z.B. wie hoch das Elbewasser vor 16 und reichlich 5 Jahren sowie 1845 schmutzig am ansonsten allermeist begehbaren Ufer floß. Einige Laubegaster, die einige Fragen auch so beantworten könnten, nutzen den OL vielleicht bald einmal nach, vielleicht auch die Laubegaster Schulen? Informiert wurden sie.
Läuft man alle Punkte geschickt verbunden an, kommt man ungefähr auf eine Gesamtlaufstrecke von 5km.

Am Wochenende startete bei und in Görlitz die zweite OL-Saisonhälfe in Sachsen. Der OL im Wald konnte kurzfristig stattfinden, die Waldbrandgefahr war nicht zu hoch. Am Sonntag wurden die Sächsischen Meister im Sprint-OL ermittelt. Und wurde nach 2017 in Radeberg die zweite regionale Sprintmixstaffel nach internationalem Vorbild, aber etwas abgewandelt ausgetragen. Görlitz bietet nicht nur interessantes Sprint-OL-Gelände, sondern auch viel Sehenswertes. Und böte sich auch für einen Stadt-OL an.

Am nächsten Sonntag findet das interkulturelle Familienfest von Laubegast ist bunt statt und das Wochenende drauf die Kunstmeile Laubegast.

Man könnte so viel tun und sagen und so viel lesen. 
Liest das hier wer?
Wir Menschen machen zu viel, besonders auch kaputt, sollten wohl viel mehr lassen, vor allem in Ruhe und Frieden.

Vor den Sommerferien wollte eine Lehrerin und Orientierungsläuferin mit Schülern den Entdecker-OL im Großen Garten nutzen. Es war warm und die Jugendlichen vertaten sich auch so. Gut so. Weglassen ist auch eine Kunst. Und Verzicht ist nicht Nichts.

8. August 2018

Feiernd geht die Welt zugrunde? Neuer Stadtteil-OL

Blick von der Agneshöhe, wo ein Laubegaster 2017 OL anbot
Es ist heiß, „zu heiß“ für unsere Breite, „zu lange“ heiß, Pflanzen verdorren, Wälder brennen, Gewässer versiegen und ersticken, Tiere werden notgeschlachtet und Menschen verhungern – immer noch vorallem anderswo. Vor 16 Jahren regnete es in unserer Gegend so sehr, dass Flüsse wie die Elbe deutlich über die Ufer traten, die wir Anrainer ihnen zubilligen. Wasser zu hoch, zu niedrig, zu dreckig, zu warm. Schifffahrt soll bitte immer funktionieren, ging ja früher auch. Der Fluss als Lebensader, Kühlmittel, als Transportweg, Touristenmagnet, als Sportstätte und Abwasserleitung. Die Natur wird schon den Rest reinigen und richten, sich erholen. Wird sie?

Am 1. August war Erdüberlastungstag 2018, er rückt nach vorne. In Deutschland war es bereits der 2. Mai. Wir leben über unsere Verhältnisse.

Dresden Laubegast wurde 2002 vom Hochwasser um- und durchspült zu einer Insel. Kurz zuvor kamen Ideen zur Bebauung der Elbwiesen auf. Seit danach kursieren Ideen einer – hohen –„Hochwasserschutzmauer“. Als ob Einengen Platz für Wassermassen schafft – im Gegenteil. Als ob sich nicht das Grundwasser von unten hochdrückt. Und wohin fließt es hinter der Mauer ab? Wo ist das Leben mit dem Fluss?

Überraschung am Kontrollpunkt beim ersten Laubegaster OL
Seit 2003 erinnert das Inselfest Laubegast an das bisher höchste gemessene Elbehochwasser und kommerzialisierte sich zum Teil mehr und mehr. 2013 fiel es durchs 2. „Jahrhunderthochwasser“ aus. Dieses Jahr pausiert es. Es zieht alle an, Kleinkünstler wie Kleingärtner, immerhin. Ab heute und am Wochenende ist Laubegast zu Gast in Laubegast (Austausch mit einem polnischen Laubegast samt jährlicher Friedensradfahrt), Ausstellungen, Lesungen, ..., zig mal im Jahr ist Feuerwerk in Dresden (Lärm, Smog, Müll für eine zweifelhafte Schönheit – in anderen Städten längst abgeschafft), am 19.8. ist das Laubegaster Frühstück – samt Elbschwimmen? 

Laubegast hat Geschichte, Kultur, wurde vor 10 Jahren 600 Jahre alt. 2008 fand auch der erste Orientierungslauf „auf der Insel“ statt. Bis 2012 folgte jährlich ein Lauf zur Dresdner Sprint-OL-Serie, 2015 einer zwischen Laubegast und Tolkewitz und 2018 der bisher letzte. Drei weitere Sprint-OL-Trainings fanden 2012 (Wichtel-OL), 2013 (für Nationalkader) und 2016 (unmittelbare Vorbereitung auf die DM Sprint und Sprintstaffel) statt. Auch wurden bereits zwei Schul-OL in der Grundschule Caroline Neuber ausgerichtet und einer im nahen Toeplerpark.
Ein fester Stadt-OL bietet einen kleinen, teils amüsanten, aber auch ernsten Einblick in den Ortsteil, eine Entdeckungstour. Laubegast ist ein Schmelztiegel, eine kleine Insel der Vielfalt. Im Insel-OL geht es vor allem auch ums Wasser, den Fluss, die Elbe.

11. Juli 2018

Das Projekt anderswo, Fußgänger, Migration und OL-(Welt)Meister

alte Feste + Festposten, Bielefeld
„Deutschland ist Weltmeister.“ Ein Deutscher, Juniorenweltmeister. Im Stadt-Sprint-Orientierungslauf. In Ungarn. Seit gestern Nachmittag. Colin Kolbe heißt er.
Vorgestern wurden bereits zwei deutsche Männer, Michael Finkenstädt sowie Helmut Conrad, Seniorenweltmeister. In Kopenhagen. Also ebenso in urbanem Gelände.
1991 wurde zum ersten Mal eine Deutsche, Kristin Liebich, Juniorenweltmeisterin im OL, 1998, vor 20 Jahren, das erste Mal eine Deutsche, Karin Schmalfeld, Studenten-OL-Weltmeisterin. 1999 holte eine Dritte, Frauke Schmitt Gran, mit Bronze das bisher beste Ergebnis bei einer Elite-OL-WM für Deutschland. In Schottland war das damals.
2002 wurde die deutsche Herrenstaffel bis 18 Jahre Jugendeuropameister in Polen, 2008, demnach vor 10 Jahren, ein Deutscher, Christoph Prunsche, Jugendsprinteuropameister in der Schweiz, 2013 eine Deutsche, Dresdnerin Dorothea Müller, Doppelvizejugendeuropameisterin in Portugal, um einige der besten Ergebnisse zu nennen.

Nationalitäten, Grenzen, ... Menschen wandern seit eh und je(sus)
aus und ein
und schon lange vorher. Die älteste, natürlichste, gesündeste, am wenigsten umweltzerstörendeste, inzwischen „unsichtbarste“ Fortbewegung von uns Menschen ist Laufen, schnell, langsam, Gehen, Rennen.

Budenheim, dunkelhäutige Menschen in Westdtl. – normal(er)
Niemand kann übers (Mittel-)Meer gehen. Viele kommen „illegal“ aus Afrika. Und in Europa macht das vielen Angst (vor ihnen und um sie) – haben diese Menschen auch. Europa kolonisierte die Welt und bekommt eine späte „Rechnung“ dafür. Solange wir nicht bereit sind, von unserem Reichtum und Wohlstand – vorallem auch aus Ausbeutung anderer
Menschen und Gegenden
entstanden und künstlich gehalten – wirklich abzugeben, werden Menschen von anderswo, meist aus ihrer Heimat (liebe Heimatliebende!), fliehen.

Wo mache ich meinen nächsten Urlaub? Und wie gelange ich dorthin?
Was unterscheidet den Afrikaner bzw. Franzosen, Belgier, Engländer, ... mit afrikanischen Vorfahren (haben wir weit betrachtet sehr, sehr wahrscheinlich alle!) auf dem WM-Fußballfeld von dem im Schlauchboot?
...
Gehen bringt auch Gedanken in Gang! – Wer es noch nicht wissen sollte, vergessen hat.


Was lief bisher in der Projektpartnerschaftsstadt Bielefeld und Projektpartnergemeinde Budenheim bei Mainz?

In Dresden wird es weitere Stadt-OL-Karten samt festen -Angeboten geben, in Stadtteilen weiter weg der Innenstadt. Um zu gehen, zu laufen und nahe Welt kennenzulernen.

Ach und in den Vogesen in Frankreich gibt es beispielsweise ein Festpostennetz mit Zangen, mit denen früher, noch vor 20 Jahren, regelmäßig die Posten registriert wurden, welches einige Dresdner/Sachsen demnächst nutzen.