5. Juli 2023

Vorschul-OL, Schul-OL, Ferienlager-OL, ... viel, zu viel, mehr und weniger, Meister

Kinderfreude ohne Schadenfreude - höchstes Gut auf Erden?
Heute wäre Janek Leibiger 38 geworden, er wurde keine 34 Jahre alt.
Er bekam nichts von Corona und den Russland-Ukraine-Krieg nicht mit.

Gestern liefen 15 Jugendliche vom Gymnasium Pieschen mit 3 Begleiterinnen in 3 Gruppen den nach Janek benannten Stadt-OL in der Inneren Neustadt, wo derzeit der Schaubudensommer stattfindet.
Zur selben Zeit liefen 15 Vorschulkinder des Dresdner Waldkindergartens mit 5 Betreuenden den Froschkönig-OL (alle 20 Posten der Kinderbahn!) bei den Elbschlössern und hatten sichtbar Freude beim Finden der Posten, Zuordnen der Fotos und beim Entdecken von so manch andererlei Sachen wie Enten, Libellen, Bäumen und Wasserstellen.
Am Nachmittag fand das vor den Sommerferien letzte Kinder(- und Jugend)training der 3 Dresdner OL-Vereine ebenfalls bei den Elbschlössern statt. Neben vielen anderen nahm eine Familie, die ich bei einer Schulwanderung in der Heide kennengelernt hatte, teil und zum 1. Mal ein Freund derer. Auch meldete sich gestern die Mutter eines Jungen, der im April einen Schul-OL von mir mitgemacht hatte, aus Interesse OL auszuprobieren.
mit Umgebung Sprint- u. Stadt-OL-tauglich
Und ein Dresdner Schul- und Trainings-Set von SPORTident, der Kontroll- und Zeitmesstechnik beim OL, war am selben Tag auf einer Nordseeinsel im Einsatz. Eine Vereinskameradin betreut dort ein Jugendcamp und organisierte einen OL - samt Erstellung der Karte.
Eine andere Vereinskameradin hatte für den Schul-OL am Montag ihre 1. Karte aufgenommen. Die Lehrerin dankte herzlich für unseren Aufwand. An diesem Tag erlief Junior Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul, wobei er in Norwegen lebt) für Deutschland die WM-Goldmedaille im Sprint-OL. Heute erreichten 3 Deutsche WM-Staffelgold im Trail-Orienteering.
Und auch heute flitzten neben am Bach spielenden Waldkindern Schüler und Schülerinnen auf Postenjagd durch den Albertpark.

Frosch in Königstein ohne Froschkönig zu sein
Am Wochenende fanden die traditionellen Görlitzer OL-Tage samt Sächsischer Meisterschaft Lang statt.
Am Samstagmorgen fand der OL zu den Landesjugendspielen in Dresden statt, an dem aber leider sehr wenige teilnahmen.
Am Freitag fand ein Schul-OL in Löbtau statt und am Donnerstag der 6. Dresdner Sprint-OL - samt Studenten-OL-Kurs.
Und am Samstag organisiert das OL-Team Pulsnitz im Rahmen des 100-jährigen Bestehens des (einen) Pulsnitzer Sportvereins einen Schnupper-OL.
Vielleicht stirbt OL hierzulande ja doch nicht so schnell aus.

Ei, schließt "er" jetzt wieder depressiv ab. Lief ihm eine Laus über die Leber oder biss ihn eine Zecke in die Wade oder stach ihn eine Kriebelmücke? Borreliose ist nicht zu dramatisieren.

10. Juni 2023

Die obere Elbe – Fluss-Radfahrt 2023 Teil 2

Hradec Kralove – berühmter als Covid: Pestsäulen
5. Tag 91km Hradec Králové – Vrchlabí

Mein Vater hatte Geburtstag. Ich wollte ihm den Laubegaster Foto-OL (Teilvariante), den ich in Corona-Erholungs-Spaziergängen im Frühjahr erstellte, erst zum Runden nächstes Jahr schenken, aber ich tat es nun doch an diesem Morgen, es passte. Heute nutzte er ihn! 6-7 Posten fand er nicht. 10 Prozent. Dafür fand er 2 Postenkreise nicht richtig genug. Ich korrigierte sie.

Mein Vater über- oder untertreibt gelegentlich, selten scheint er zu frieren, aber dieser Geburtstagsmorgen erschien ihm doch „saukalt“. Wir frühstückten ein 2. Frühstück auf dem Markt in Hradec Kralove, genauer unter Laubengängen, welche in der Gegend etliche Marktplätze charakterisieren. Lustigerweise lief meiner 24h-OL-Staffel letztes Wochenende die Pardubicer Staffel weit davon und die Hradec Kralover Staffel etwas. In Tschechien gibt es viele gute OLer.

Die Radwege blieben am Vormittag lange recht gut befahrbar, aber ich fühlte mich von Anfang an recht k.o., was auf meine Laune schlug. Kleinigkeiten können da helfen, wie Mohnblumen: so rot, wollen gesehen werden, durchbrechen Eintönigkeit, so zart, dass sie den Wind zu besänftigen scheinen.

Josefov (Josefstadt) – keine Ahnung, wo und ob wir es passierten. Wir verfuhren uns einmal, trugen die Räder über eine kleine Brücke über die Elbe. Und noch einmal ein ungewollter Umweg (wo sind die Schilder?) und ich stürzte, nicht spektakulär, rutschte mehr im Schlamm hangabwärts weg, als wir einen Hund und sein Herrchen passierten. Am Vor- oder Vorvortag fiel ich in einer Rille auf hartem Elb(damm)weg. Mein Vater kurz drauf auch, alles ohne hohes Tempo und Blessuren. Neben vielen nun kleinen Staustufen ist die Elbe „entarmt“ und ziemlich begradigt. Manchmal zerstörte Elbehochwasser aber auch hier kleine Wasserkraftwerke.

Spontan hielten wir an dem Schloss und Örtchen Kuks. Pillnitz grüßte mich im Kopf, auch wenn das Schloss sehr anders aussieht und auf einer Höhe steht. Ich hatte keine Muse zum Fotografieren, fühlte mich erschöpft. Wir schauten uns menschliche Figuren am Schloss und Menschen an, einen Kräutergarten und einen Friedhof.

In Dvur Kralove aßen wir, mein Vater Knödel herzhaft, ich süße; Knödel in Tschechien sind ein Muss. Hatte/beging auch diese Stadt ein Jubiläum? Hinweistafeln verrieten, dass auch dieser Ort alt ist. Den Kirchturm sah ich in der Abfahrt noch ein paar Mal. Wohl, weil wir uns hier das 1. Mal heute „verfuhren“, auch wenn es ab und an zwei oder gar noch mehr Radrouten gab, wir also meinten, der andere Weg eigne sich wohl doch besser. Mein Vater verstand meine „schlechte Laune“ nicht (mir „stach“ was im Nacken), ich verstand sein Unverständnis nicht. Alles akzeptieren. Was bleibt anderes übrig? Und doch auch: Einstellung ändern, es versuchen, immer wieder, weil die Einstellung sich auch immer wieder verändert.

Die Talsperre Les Kralovstvi sieht schick aus, wir fuhren drüber. Das Gebirge fing längst wieder an, uns und das Elbtal, nun wirklich wieder ein Tal, zu umrahmen. Allerdings ging es für uns nach dieser Talsperre auf eine und einer Schnellstraße weiter, hoch und wieder hinab, gesäumt von Nadelbäumen. Ich mag es nicht, wenn mich Autos schnell und recht dicht überholen. Mein Vater meinte, das komme je weiter im Osten und Süden desto öfter vor.

Das Schönste heute – neben Dankbarkeit für meinen Vater: der erste Blick auf den Cerna hora (Schwarzer Berg), als er am Horizont auftauchte. Ich kenne ihn, er markiert das Riesengebirge von Süden her. Stadt, Wald. Irgendwie kam ich voran, aber langsam. In Hostinne pausierten wir noch einmal. Marktplatz, Laubengänge, Roland-Statuen am Rathausturm, alte Fassaden, Menschen, die hier wohnen. Ich machte ein Foto von meinem Vater auf der Karla-Straße neben der alten Kirche, weil ich meinte, meine Mutter würde sich darüber freuen.

Mönchsdorf, tschechisch Klasterska Lhota: ringsherum Berge, die Elbe bald ein Rinnsal, dennoch stellenweise ausgebaut. Wir pinkeln neben sie, „damit überhaupt was drinnen fließt“.

Hunde, die bellten, wieder Autos, die zu dicht überholten, eine Nebenstraße – Aufatmen. Das Tal dehnte, ja weitete sich wieder, wir kamen unserem Etappenziel näher … doch schon hier in Vrchlabi (Hohenelbe)? Es war zu spät, um noch bis Spindlermühle zu radeln – ich brauchte kurz für die Entscheidung, dann war es besser so. Also zum Zeltplatz. … Wir fuhren noch einmal in die Stadt, einkaufen, Restaurace zu, im Sommer und Winter ist hier mehr los, Livemusik am Zeltplatz, Nüsse, Chips, er trank Wein, wurde redseliger, fast sanft. Spätes „Geburtstags“-Abendbrot im Zelt, da bereits dunkel und kalt.


im Riesengebirge: Der Elbfall von oben, quellnah
6. Tag 42km und 17km zu Fuß Vrchlabí – Elbquelle und zurück

Wir brachen erst halb 10 oder so in der Drehe nach Spindleruv Mlyn auf, obwohl wir unser Zelt für einmal stehen lassen konnten. Nach einem Radweg Straße in tiefem Tal bis Spindlermühle. Ein Schild weist auf den Nationalpark hin. Kaum einer (außer uns ;-) hielt sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Im Winter und Sommer ist hier noch viel mehr Verkehr. Erst eine große Staumauer und ein großer Stausee, dann der bekannte Ort. Postkarten. Rad bis nördlich der Stadt, wo die Weiße Elbe in die Elbe fließt bzw. beide zusammen, trifft es exakter.

Ab hier wanderten wir, obgleich wir noch einen guten, festen Waldweg Richtung Westen ein Stück weit fahren gekonnt hätten. 8,5 km und 500 Hm, die meisten der Höhenmeter erklammen wir gegen Ende. Wir unterhielten uns, ich fiel zurück, hielt mehrfach an, aber weniger inne: Fotos. Ein steiles Tal, ein Weg, der sich windet, Wald, der sich lichtet, der Elbfall – von oben einsehbar, die Elbfallbaude, andere Menschen, Bauarbeiter an der großen Baude, Gaststättengäste, eine Schulklasse – einer von jener fotografierte uns später an der Quelle. Oben schien immer Betrieb. Sonne. Hochgebirgscharakter. Berkiefern. Schneereste. Erinnerungen an Skilauftouren hier mit OL-Freunden, alleine, mit meinem Vater. Der Frühling fing hier erst an. Das Ziel wirkte fast „unspektakulär“, der Weg war es nicht … und der ist ja auch das Ziel. Elbestädtewappen, die im Winter im Schnee verborgen liegen, kleine Fehler in den Mosaiken und in den Zuflüssen zur metallenen, symbolischen Elbe, eine hölzerne „Elbfrau“, die hier „losfließt“, die Quelle etwas uneindeutig, eingefasst wie ein Brunnenbecken. Die Weiße Elbe Richtung Schneekoppe gegenüber in der nahen Ferne könnte genauso „die“ Elbe sein, die Moldau könnte als Hauptstrom zur Nordsee führen. Was ist wahr, was irgendwie gefunden, festgelegt? Zwei E-Mails und zwei Postkarten, u.a. der letzte Apfel aus Dresden und geschmolzene und wieder fest gewordene Geburtstagsschokolade. Ein Menschenstrom, der nicht abzureisen scheint. Ein älteres Pärchen aus Hamburg, mit dem wir uns unterhalten. Sie wollten auch bereits eher hier gewesen sein, waren es nun. Und sie meinten, Vater und Sohn zusammen wäre was Besonderes. Ein junger Vereinsfreund schrieb mir, dass seine Eltern hier am Vortag gewesen waren. Waren wir 1 Tag zu spät oder 3 Jahre oder doch genau richtig? Das Wetter passte, kühler war es hier oben natürlich, zum Glück. (Wie viele Grad bei wie vielen Höhenmetern? Mein Vater hatte eine „Formel“ genannt.) Der Klimawandel ist und wird Scheiße genug.

Wir nahmen den selben Weg zurück, andere Wege wären zu weit. Wenn wir mal Zeit haben …, pflegt mein Vater zu sagen, machen wir hier Urlaub. Am nächsten Tag zur Schneekoppe? Wenn wir in Spindlermühle gezeltet hätten, vielleicht. Ich hatte keine Lust, die Straße noch einmal zu fahren. Wir aßen am Zusammenfluss von Elbe und Weißer Elbe, ich Forelle, in Tschechien gibt es scheinbar keine Vegetarier. Die Abfahrt wurde frisch. Ich wollte durchs Isergebirge zurück, mein Vater auch.

Heute, für damals gedacht, waren wir also am Ziel der Reise gewesen, die noch nicht zu Ende war.


Cerna Studnice: Foto-OL nicht unterschätzen
7. Tag 56km Vrchlabí – Tanvald und 14km zu Fuß (10 davon im Laufschritt)

Wir fuhren über eine Höhe nach Horni Branna. Hinterm Ort ging es wieder sacht bergauf und lagen fünf tote Maulwürfe auf der Straße, dicht beieinander. Einer hatte sichtbar Blut verloren. Im Land des kleinen Maulwurfes. Wie war das passiert? Mir war etwas schlecht. Eine Kindergruppe lief einen parallelen Feldweg hinauf. Wir rollten und treteten weiter nach Jilemnice, wo es auch einen OL-Verein gibt. Mein Vater trank einen Kaffee, wir aßen Gebäck auf dem Marktplatz. Von dort führte uns unser Weg zur und über die Iser, die hier bereits ein tiefes Tal prägte. Wie lange schon? Die Brücke, die wir querten, wurde 1912 erbaut. In Böhmen ist viel barock und manches dem Jugendstil zuzuordnen. Hoch strengte an, wir verpassten einen Abzweig, fuhren zu weit, der Umweg (mehr Straße, weniger huckeliger Feldweg) war am Ende vielleicht gut so. Wir sahen rechts das Riesengebirge, links den Jeschken. Da mit dem Rad rauf? Vorn uns das Isergebirge und später auch hinter uns die markante Burg Trosky, deren Silhouette mindestens ein OL-Logo ziert. Weiter fuhren wir eine Straße nach Vysoke und setzten uns in den Schatten auf den Markt. Hier standen und saßen viele Jugendliche und Kinder, die auf Busse ins Umland warteten, dahin wollten, woher wir kamen oder wohin wir fuhren. Mein Vater erkannte, dass wir hier vor Jahren ein Ski-OL-Wochenende mitgemacht hatten, damals als SI Air+ erstmals in Tschechien eingesetzt worden war und ich einen Kartenwechselfehler gemacht hatte, indem ich von der 1. auf die 3. Karte und dann auf die 2. gewechselt hatte. Und wohl auch mit GPS-Vereins-Uhr am Handgelenk der Chiphand zu einer Lösung beitrug, da meine Ziellochung trotz Zielquerung nicht registriert worden war.

Die Abfahrt zur Kamenice und der Radweg etwas oberhalb von hier hatte noch ein paar Anstiege für uns in sich. Und zum Zeltplatz in Tanvald durften wir auch noch einmal etwa 15min steil hinauf. Das Zeltplatztor empfing uns mit einer Festpostennetzkarte. Papierexemplare hatten die Betreiber nicht. Dabei wollte ich doch den Foto-Fels-OL eines von zu Hause mitgenommenen Faltblattes von der Trainings-O-Tour 2020 auf dem langen Bergrücken gegenüber noch mit meinem Vater absolvieren. …

Also rollten wir noch einmal hinab, um gleich zum 1. Posten deutlich anzusteigen. Die Aussicht über Tanvald hatte sich aber bereits gelohnt. Doch die Strecke zog sich und die angegebene Zeit von 2,5 h schienen wir zu verfehlen. Lag es am Maßstab von 1:35.000? Die „Posten“ (Felsen und zwei Treppen) waren wegnah, aber manche trotzdem kniffelig. Mein Vater drehte nach der Hälfte um, ich wollte bis zum Ende, also tat ich es im Laufschritt meiner Wanderschuhe. Rennen war mir eine schöne Abwechslung zum Reiten auf meinem bald 14-jährigen Drahtesel. Rennend sammelte ich auch noch Plasteflaschen ein und freute mich über einen Müllsack im Sattel vor dem Cerna Studnice, auf dem ich Punkt 18 Uhr ankam. 19 Uhr war ich wie vereinbart zurück am Ausgangspunkt bei meinem Vater und unseren Rädern, okay, eine Minute später wegen Fotopausen. Den ominösen Posten E an dem wir vorbei gelaufen waren, hatte ich rückzu noch gefunden.


Tanvald: Festpostennetz am Zeltplatz
8. Tag 71km Tanvald – Liberec (und Radeberg – Dresden Laubegast) und 6km Fuß-OL

Der letzte Tag brach an. Ich wachte früh auf, vor meinem Vater, stand einmal mit ihm auf. Ich lief den abfotografierten Festposten-OL mit Handy, schweren Beinen – und Wanderschuhen. Das ging erstaunlich gut. In einer Woche wollte ich den 24-Stunden-OL in Tschechien laufen. Nur musste ich ob der fehlenden Karte mehr Gedächtnis-OL machen, um die Posten zu finden. Am Ende ein neuer (Rad)Pfad. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Jizerka/Kleiniser. Es wurde steil für uns. Auf einem Friedhof lasen wir viele deutsche Namen. Deutsch und Tschechisch sprechende Menschen konnten und können miteinander. Ich entdeckte ein Kindergrab. Und am Dorfaushang hing eine OL-Ausschreibung – für heute. Wir näherten uns Jizerka, im Winter war ich noch parallel zur Straße Ski gelaufen. In Jizerska angekommen trank ich einen Kakao. Jizerka wirbt als Dunkelort für sich. Städte sind fern, das kleine, idyllische Dorf liegt in einer Senke umgeben von Höhen und Wald. Nachts verschmutzt Kunstlicht viel weniger die Sicht auf Sterne und Planeten. „Wenn wir mal Zeit haben …“ Das Isergebirge ohne Schnee erleben – der Wunsch ging in Erfüllung. Die Hauptloipen sind (mittlerweile) schöne Radwege, dafür weniger Wanderwege. Platten- weichten inzwischen Asphaltwegen. Viele Radfahrende und ein paar Rollerfahrende waren an diesem sonnigen Tag unterwegs, etliche Kinder. Ich sah einen Lehrer und Vater und seine Tochter aus einer Dresdner Schule – ebenso mit dem Rad unterwegs. Die Smedava wird noch gebaut, wir rasteten weiter oben, aber unterhalb der Knajpa. Die Schöne Marie mussten wir uns ansehen, also voran die Aussicht nach Norden, auch der Smrk zeigte sich uns hier noch einmal. In Nova Louka aßen (ich Käse und Kuchen – Essen genießen), tranken und lagen wir eine sehr sonnige Weile am Wiesenrand. Alles ist endlich.

Rasant führte uns die Abfahrt nach Liberec, wo ich wen kenne. Rasanter fuhr der Zug. Vertraut war das letzte Stück durch die Heide und das allerletzte vom Blauen Wunder an der Elbe nach Hause.

Sehnsucht nach Quelle, Ursprung, Fluss und Meer
Epilog: Manchmal meine ich, es gibt ein Gefühl, man fühlt sich gut oder eben nicht (gut), aber dann denke ich auch wieder, es gibt Gefühle für jeden Ort, zu jeder Zeit und in jedem Wesen.

Mein Vater ist fit, fährt mir auf dem Rad davon, wird aber auch älter. Mein Rad ist schon alt, quietscht zuweilen derart, dass es nicht reparabel scheint.

Und immer wieder begegnet(e) uns „der Tod“, da scheint man nicht drumherum zu kommen – um sich im Leben nach dem Leben zu sehnen?! Ich las auf dem fotografierten Denkmal in Terezin: „… des den Tod überwindenden Lebens …“

Nächstes Jahr die Elbe bis zur Nordsee? Ist einiges länger von hier als bis zur Quelle.

Kurz vor und nach der Radtour erprobte ich spazierend und rennend neue Bachläufe, Bäche, die die Elbe mit Wasser speisen. Wasser: wissen wir hier noch welch Lebenselixier es ist, müssen wir es wieder (schmerzhaft?) lernen?

Fotos von meinem Vater


PS: Die VHS Dresden, 1. Tester des 1. Dresdner Stadt-OL, wirbt am 17.6. für den Dresdner Stadt-OL.

30. Mai 2023

Die obere Elbe – Fluss-Radfahrt 2023 Teil 1

goldene Momente – schon, eher noch ungetrübte Hochelbe

Mein Vater fährt viel mit dem Rad, besonders an Flüssen entlang. Die Idee war 3 Jahre alt, zusammen die obere Elbe zu „bewältigen“. Er schlug flussabwärts vor, ich wollte zur Quelle. Dass ich es schaffte, fragte ich mich vorher nicht. Zwischendrin schon mal. Und Bruchstücke von dem, was wir im wahrsten Sinn erfuhren, möchte ich für mich und Interessierte festhalten: 

 
1. Tag 99km Dresden Laubegast – Brná bei Usti

Blick von der Burg Schreckenstein, an der ersten Staustufe
Pirna ist mir immer vertrauter geworden, nun wohnen einige Freunde dort. Noch in Wehlen sah ich aus dem Wald(kindergarten) bekannte Gesichter. Kurz darauf und gegenüber die Rahmhanke, ein Klettersteig von den Herren Rahm und Hanke, würde ich nicht laufen. Immer wieder gleiten die Gedanken dort zu Janek. Bald 4 Jahre ist es her, seitdem er nicht mehr lebt. Einige OL sind in mir mit ihm verbunden.

Ob wir Ende 2024 auf der Festung Königstein OL machen? In Dresden wird es uns für Kinder nicht erlaubt, über den Ostra-Trümmerberg zu laufen. In Krippen gibt es einige Sonnenuhren – die könnten einen Stadt-/Dorf-OL bilden. Bis Schöna kannte ich den Elberadweg (weiter entfernt liegt kein OL auf deutscher Seite und für OL auf tschechischer, wechselte ich die Flussseite und verließ das Elbtal). Die Grenze in unser Nachbarland Tschechien war Neuland für mich.

Dolni Zleb/Niedergrund, auch Dolni Grund genannt, kurz hinter der Grenze zeugt von „verwaschenen“ Grenzen, was Sprachen angeht. Hier lag ein Klettersteig-Faltblatt der Schäferwand aus. Mir fiel ein, dass Decin ein Festpostennetz hat. In der Stadt Decin fuhren wir über die Brücke und aufs Schloss mit alter Buche (der Beschriftung nach, die Blätter sehen anders aus) und Eibe im Hof. Schön sahen mir auch die grünen Granit- und Basalthänge und -berge ringsherum samt Schneeberg „hinter“ uns aus. Wir hatten die Sächsische und Böhmische Schweiz passiert. Irgendwo da am Elberadweg stand eine winzige Kapelle mit Hochwassermarken und einer Birke gegenüber mit Tierschädeln. In Velke Brezno gab es – typisch tschechisch – Knoblauchsuppe. Und hinter Usti nad Labem (= an der Elbe) tauchte sie vor uns auf, die erste Staustufe (samt Wasserkraftwerk). Ungezählte folg(t)en. Im (deutschen) Unterlauf ist die Elbe ohne und weitestgehend naturbelassen, was in Europa Seltenheitswert besitzt. Wir sahen wie ein deutsches „Altenheim-Touristenschiff“ mit französischer Flagge 8,55m in der Schleuse nach oben „gewässert“ wurde. Flussfahrt. Ob Charon steuerte? (Einen Tag später holten wir das Schiff erneut an einer Schleuse ein.) Auch ein Paar aus Deutschland mit Rädern schaute zu, er dunkel-, sie hellhäutig. 3km weiter landeten wir vier auf einem Zeltplatz direkt an der Elbe. Mein Vater und ich radelten noch einmal zurück und hoch zur Burg Schreckenstein direkt oberhalb der Schleuse. Ein Maulwurf kreuzte den Weg. Kalte Duschen.


2. Tag 96km Brná bei Usti – Mlékojedy bei Neratovice

KZ Theresienstadt: in den Tod geschickte Kinder
Eine Blindschleiche sonnte sich auf dem Radweg. Mir begann aufzufallen: immer wieder überfahrene Kleintiere auf den Straßen, auf die uns der Elberadweg ab und an führte. Zu erkennen waren nur noch Vogelkleid, Mäusefell und Reptilienknochen, was wenig zuvor noch ein flinkes Lebewesen gewesen war. Die Sonne brannte, Sonnencreme soll nackte Haut schützen. Ein naher Berg hier heißt auf Deutsch Radebeule. Hinter Cirkovice „kam“ das sogenannte Böhmische Tor, die Hügel ebbten ab, es wurde recht flach um uns, bis auf ein paar Weinanbaugebiete. Der Blick zurück und auf die andere Seite offenbarte die Autobahn und einen halb abgebauten Berg. Ein Zugtunnel durchs östlichste Erzgebirge ist ein gigantischer Plan. Verlangt unser Lebensstil solche Großprojekte?

Wir näherten uns Terezin, fuhren erst einen Schlenker durch Litomerice, wo wir aus einer Quelle tranken und wechselten dann die Flussseite, weil ich noch nicht dort war, aber dorthin mochte. Die Festung der österreichischen Kaiserin Theresia liegt ein Stück abseits der Elbe. 2021 wurden hier die WM-Läufe im Sprint-OL ausgetragen. 80 Jahre zuvor wurden hier im „Vorzeige“-KZ vor allem alte Menschen, aber auch furchtbar viele Kinder gefangen gehalten, umgebracht bzw. weiter weg gebracht und dort umgebracht.

Auch der 1. Weltkrieg schrieb hier Geschichte.

Und nun arbeiten hier Vietnamesen im Minimarkt und betteln Leute davor um Geld. Und Ratten fühlen sich hier auch pudelwohl, wie wohl in allen Städten.

Ich sah viel Biomasse, vor allem grüne, aber auch viel Müll, viel Verkehr, habe wenig Sitzfleisch. Viele fuhren Rad, Inliner, spazierten, Junge, Alte, weiblich, männlich. Wir kamen durch und hielten in Roudnice. War ich hier nicht mal zum OL? Unweit vom Ort liegt eine 2km-lange Ruderanlage, an der wir vorbei radelten und was tranken. Und schon näherten wir uns Melnik, der Stadt des Zusammenflusses von Elbe und Moldau. Die Moldau führt mehr Wasser und durch Prag und ist bis dahin auch noch länger als die Elbe. Die Kelten scheinen Schuld zu sein, dass uns unsere Radtour weiter nach Südosten und nicht nach Südwesten und in den Böhmerwald führte. Eins der schönsten klassischen Werke/Stücke (nicht Lieder, wie einer der Erstleser wusste) ist mir „Moldau“ von Smetana. Ein „Kanal“ versperrt die Zufahrt zur Moldau durch Auenwald. Wir fuhren über eine Brücke in den Ort und hoch auf den Schlossberg, von dem aus ich bereits mehrfach mit OLern auf den Zusammenfluss schaute. Eine Umleitung führte uns folgend umwegig über Straßen, meine Kräfte schwanden, wir fuhren an einem Badesee mit Hütten vorbei … Das war er, unser Zeltplatz, der noch nicht offen hatte. Durch ein Kinderfest war an dem Tag aber genügend los und konnten wir dennoch übernachten. Hier gab es auch warmes Duschwasser, was Warmduscher wohl erst wieder zu schätzen wissen, wenn es fehlt.

 
3. Tag 86km Mlékojedy bei Neratovice – Poděbrady

Podiebradier (dt.) Kurpark voller Skulpturen
Am nächsten Morgen brauchten wir erst einmal ein Frühstück, welches wir uns auf der anderen Seite in der Innenstadt von Neratovice besorgten. Hier könnte man in der DDR spielende Filme drehen, dachte ich. Und wieder ein bettelnder Mensch. Andernorts ist das keine Ausnahme. Der Elberadweg geriet uns immer häufiger holprig und manchmal verlor sich die Ausschilderung und „verloren“ wir uns ohne sie. Grün gesäumtes Ufer, Felder, wieder eine Blindschleiche, die wir versehentlich fast „erwischten“. In Brandys eine zeichnende Schulkasse samt bildhübscher Lehrerin an der Elbe. Kurz nach der Pause mit Infos zu Ort und Elbe zischte es, genauer mein Hinterrad. Platten Nummer 1. Mir wurden wenige gewünscht. Sie gehören dazu, bestätigt mir nach der Tour auch ein OL-Freund. Wir flickten den Schlauch. Leute passierten uns, die wir später wiedersahen. Immer wieder trafen sich Blicke, für Augenblicke nur, in denen sich Welten verbergen. Fremde Menschen denken, wie ich, und anders als ich. Der Weg außerhalb der Ortschaften wurde nicht besser fürs Radfahren. Ein Friedhof – gestorben wird auch hier und immer. Eine gelbe Blume wächst in einem Baum, sah ich im Vorbeischnellen. Ein Pärchen küsste sich auf einem Motorrad. Ein Junge warf einen Basketball auf einen Korb. Vielleicht traf er nicht, weil wir gerade vorüberfuhren. Die Elbe – immer wieder gestaut – hat beinahe etwas von einem stehenden Gewässer. Wassersportler. Wasservögel. Vogelgezwitscher. Mein Vater wies mich auf den Zufluss der Iser auf der gegenüberliegenden Seite hin, dort standen zwei berittene Pferde. Hinter einem geschlossenen Handwerksdorf rasteten wir an einem See mit einzelnen Strandgästen. In Nymburk aßen wir eine Pizza. Ich erhielt in der Tourist-Info eine schicke Innenstadtkarte – „musste“ zum Jugendstil-Wasserturm mit teuflischen Erkerfiguren. Hier war ich Tourist, Radtourist. An einem urzeitlichen Grab kurz vor der Kirche im Ort der 2. Platten. Immerhin hatten wir zu dem Zeitpunkt Routine. Mein Vater übernahm einmal das Zelt. Ich hoffte und blieb von weiteren Platten verschont.

In Podebrady, der Geburtsstadt von Franz Kafkas Mutter (ein Denkmal weist auf einen Zusammenhang hin) und der seiner drei Schwestern, hatte das Sportgeschäft zu früh zu, kauften wir Essen. Auch der Zeltplatz auf der anderen Seite hatte geschlossen. Der knapp 4km weiter stand uns offen und war gut. Einmal Kofola. Wir sausten noch einmal in den Kurort, liefen fotografierend durch den Park mit vielen Skulpturen (ich hatte auch hier die Macke, mir dies alles auf einer Stadt-OL-Karte vorzustellen) und schauten im Sonnenuntergang in den Schlosshof.


4. Tag 111km Poděbrady – Hradec Králové

Kolin, „Die Erde Untertan machen“: vollbracht
Frühstück bei Sonnenschein, doch etwas entfernt grollte es. Wir packten das Zelt und als wir los wollten, fing es heftig an zu schütten und stellten wir uns für 10min erst einmal unter. Der Wetterbericht hatte für den späten Nachmittag Regen vorausgesagt. Am Vormittag fiel noch ein wenig Wasser vom Himmel in die Elbe, auf uns, das Grün und auf den Asphalt … Da uns weitere Huckelpisten zu viel und zu langsam würden, „kürzten“ wir über einzelne elbnahe Straßen ab – oder fuhren auf einer zu weit. In Kolin drehten wir fast eine Runde um den Marktplatz und bogen dann auf ihn ein. Mit Hilfe fanden wir ein Sportgeschäft für eine neue Gaskartusche und sicherheitshalber einen Radladen für einen neuen Schlauch. Uns fielen Stolpersteine auf und wir sahen plötzlich etliche. In der Gegend lebten vor dem 2. Weltkrieg besonders viele jüdische Menschen. Der über 700 Jahre alte Dom lud uns samt Domgarten zu einem kleinen Rundgang ein. Die meisten christlichen Menschen hier sind katholisch geprägt. 100 Jahre vor „der“ Reformation in und aus Thüringen wurde der „Ketzer“/Kirchenkritiker Jan Hus aus Tschechien verbrannt. Gott? Wahnsinn statt Nächstenliebe. Jeder Dorfplatzmittelpunkt scheint in Böhmen von einer kleinen Kirche, Kapelle, einer Maria-, Jesus- oder anderen Heiligenstatue bewacht. In den Städten stehen oft auch Pestsäulen. Gegenüber Corona war die Pest wirklich berühmt berüchtigt, raffte viele Millionen Menschen dahin. Und ausgerottet ist sie nicht.

Bei etwas Regen fuhren wir durch Kladruby, was mich durch seine (berühmten) Pferde an eine Riesenranch erinnerte. Eine Kutsche. Nicht nur eine Katze huschte über den Weg, ein Hase rannte, später sprang ein Reh. Viele Weinbergschnecken zeigten sich an diesem Tag. Wir sammelten später einige vom Weg, es waren zu viele. Die Strecke streckte sich. Meine Beine, eine Schulter, mein Nacken und Po schmerzten schon. Wir querten die Elbe – umsonst, waren länger fern von ihr unterwegs gewesen. Pardubice kündigte sich an. Die angeblich letzte Staustufe. Sackgasse. Die Elbe „verschmälerte“ sich. Eine Rast. Wir passieren die Stadt bloß auf dem Elberadweg, wo ich vor 22 Jahren meine 2. Jugend-EM gelaufen war und am 5. Posten im Einzellauf noch geführt hatte. Ich war gehandicapt gelaufen, mit Verhand um die rechte, verletzte Hand. In welchem Wald war das? „Hinter“ Pardubice steht eine Burg. Ich wollte hinauf. Keine Zeit. Die Straße danach zog sich und nervte durch schnellen Autoverkehr. Endlich: Hradec Kralove. Menschen hatten sich hier in der Nähe vor vielen Jahren gegenseitig umgebracht. „Irgendeine“ Schlacht bei Königgrätz, wie die Stadt deutsch heißt. Im Deutschen Krieg. Über 400.000 Männer bekämpften 1866 einander, mindestens 8.000 verloren dabei ihr Leben. Wir scheinen mir heute keinen Schritt reifer.

Der Zeltplatz liegt 4km östlich des Zentrums und nördlich eines großen Waldes, wo wohl die OLer des Ortes trainieren. Er ist groß und wieder schienen nur wir zu zelten. Wir radelten noch einmal in die Innenstadt. Mein Vater war letztens erst hier auf einer Durchreise mit einem Freund gewesen. Ein großer Markt- und Parkplatz, die kanalartig „eingefasste“ Elbe, ein pompöse anmutendes Museum, feines Essen. (Wie halten sich die unterbesetzten Restaurants/Restauraces?) Der Abendhimmel verschluckte die Farben. Hier kostete uns Duschen extra.

9. Mai 2023

Begegnungen - Schul-OL, Stadt-OL, schöne OL Ende April/Anfang Mai

Man achte auf Udos Laufschuhwahl! :-)
Der Müllmann im Toeplerpark, der begeistert und lachend mit seinem Fahrzeug anhält, als er die Kinder mit Karten zu den Posten flitzen sieht, und meint, es wäre von Vorteil gewesen als Kind mit den Eltern samt Wanderkarte unterwegs gewesen zu sein. ... Danke fürs Müllwegräumen!
Die Lehrerin beim Schul-OL, die Kinder kennt, die ich kenne.
Der ältere, hagere Mann, der mit seinem Rad anhält, weil er OL kennt, den Sport früher - zu DDR-Zeiten - machte, Holli und Harry kennt. Er strahlte wie die meisten Kinder, die ihre Strecke bewältigt hatten.
Am nächsten Morgen ein (gelber) OL-Freund, der zufällig beim Aufbau auf dem Weg zur Arbeit vorbeiläuft und anhält. Am Sonntag war er schneller, am nächsten Sonntag bin ich schneller.
Und ein Vater mit Hund, der sich für seine Kinder und deren Grundschule um die Ecke auch Schul-OL wünscht und ein Faltblatt und mündliche Informationen/Eindrücke mitnimmt.
Ich erkläre 8-mal den Kompass, gebe den 3.- und 4.-Klässlern und -Klässlerinnen teamweise Kompasse mit und laufe dieses Jahr - nach Verlust von einem neu gekauften - nur noch ohne. Das geht, fokussiert.
Der Junge aus Laubegast, der mich am selben Nachmittag auf meinem Weg zum Einkaufen wiedererkennt, mit seiner Großmutter, die erfreut nach OL fragt - und jenen älteren, von Jens Leibiger in Senftenberg fotografierten OLer kennt, weil sie mit ihm zur Schule ging.

Traditionell Schnell beim 24er 2022 mit in 6 Ländern Geborenen
Am selben Tag noch die Stadt"führung" - mit zwei älteren Damen, 66 und 73 Jahre alt, lebenserfahren. Die eine, meine Mutter, entdeckt noch neben einem der vielen Kindergärten (ohne Garten? - gehört dazu!) eine Gedenktafel. Trage ich die noch nach? Wir sehen Mandarinenten auf der Elbe schwimmen und hören länger den vielfältigen Melodien einer Nachtigall zu. Dazwischen: ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Und eine Spirale auch nicht.
3-mal begegnet uns der Name Rosa in der Nähe des Rosengartens. Stell dir vor, ein (geführter) Spaziergang kostet nix und kaum wer nimmt es wahr.
Am Tag davor war Tag der Waldkindergärten. Und wurde für das diesjährige Mittelmeistertraining eine neue Karte (von einem Freund) an der Heidemühle eingeweiht. Oh, war das schön, machte das Training gegen Ende eines langen Tages Freude.
Begegnungen mit der, mit unserer Natur, mit Menschen, Tieren (z.B. Wildschweine, die ohne Pass über die Grenze rannten und staunende Menschen zurückließen, oder Insekten genau betrachtet), Begegnungen mit Orten (z.B. die Lausche im Zittauer Gebirge und der Blick von ihr) und Gedanken.

Heute ist Tag der Befreiung (von Nazi-Deutschland), andere machen einen "Tag des Sieges" daraus, und Europatag. Gewinnen finde ich okay, besiegen nicht.
Denkmäler sind - so und so - fragil - eine Künstlerin versuchte das am Sowjetischen Ehrendenkmal am Olbrichtsplatz vorm Militärhistorischen Museum umzusetzen.
Das Mandala zum Klettern ist ein Stück weiter um die Ecke (als es bislang in die entsprechende Bachlauf-Karte eingezeichnet war).

Top3 Elitestirnband - Mannschaftscross-1. 2019
Die ersten nationalen OL wurden ausgetragen und in 10 Tagen lief ich 10 Sprints, gut, darunter 3 Kindertrainingsbahnen auf meiner Karte "Am Jägerpark" Schatten - hinter schnellen Jungs aus dem Verein hinterher. Die Karte erhielt jetzt auch noch einmal ein "Update": Korrekturen, neue Kartennorm(!) -> Zeichen-OL
Ich radle "über" eine Karte. Eine Turnhalle ist weg und Bäume, wilde Gärten.
Ich werde "über" eine weitere chauffiert - und 400km weiter und zurück. Eine ehemalige Telefonzelle ist eine Büchertauschzelle?
Ich komme mit Aktualisieren und Ergänzen kaum nach.
Das Jugend-Öko-Haus im Großen Garten (und damit ein Stadt-OL-Posten) bleibt erst einmal noch dort.

In Senftenberg und der Gartenstadt Marga in Brieske nebenan fanden die Landesmeisterschaften Sprint und Sprintstaffel statt und 2018 die DMs. Ein großgewachsener Radebeuler OLer, der tatsächlich Oldtimer-OL machte, brachte mich auf die Idee Stadt-OL im Seifersdorfer Tal und ich legte gleich eine Grundkarte an. ...
Ein bester Freund und mein derzeit wieder mal bester Konkurrent in sportlicher Hinsicht, dem ich bereits ein Stück weit zwei Stadt-OL widmete (Sport-OL und Schönes Biest-/Mensch-OL), setzte mir am Folgetag die Idee Lieblingstal in den Kopf und wieder legte ich eine Grundkarte an. ...
In Zittau dann fand die diesjährige DM Sprint und Sprintstaffel (im Rahmen des 31. SAXBO (Sächs.-Böhmische OL-Tage)) mit einem BRL Lang dazwischen statt.

Was ich außerdem noch erledigte, ohne dass es mich ganz erledigte: Korrekturen und Ergänzungen in "Bergbahn" und "Blaues Wunder" -> Baukunst-OL "erneuert" und "2,5" Posten (Ziegengrundquelle, Ludwig-Richter-Denkmal (Grundstr.) und Porzellan-Glas ... am Körnerplatz) dazu und einer weg. Der "Berg(bahn)test" folgt. ...

Ein junger OL-Freund, dem ich eine Stütze bin und der mir eine Stütze ist.
Ein mittelalter, herzlicher OLer und Vater, den ich während Corona in einem Lehrgang "zu piepsenden Geräten ohne Posten im Gelände" online kennenlernte, der sich mir nun ich echt vorstellte und der nach Dresden kommt und der vielleicht hier das ein und andere (Stadt-)OL-Angebot nutzen wird.
Eine Kirche, die ich zum 1. Mal umrunde.
Eine Lehrerin, die OL zu Projekttagen an ihre Schule holt und auch eine Schwester in Schweden hat.
Eine OL-Freundin und Mutter, mit der ich zusammen scherzend und lachend einen Schulcampus kartiere. So vergisst man Arbeit und Schmerzen.

"Im Grunde sind es immer ..." - Das vollständige Zitat ist auf der Karte Freundschafts-OL zu finden. ...

Laubegaster Schul-OL (in Tolkewitz) mit Unterstützung an 2 Tagen
EinFluss-OL im Rahmen des Jane's Walk Festivals 2023
ne Top-OL-Karte von nem Freund mit guten Bahnen
ne Bericht zur DM Mittel letztes WE von mir

13. April 2023

Globaler Frühling, Studentenbewegung und so weiter?

immer wieder, immer früher kommt der Frühling?

Ein Vereinsfreund und ich haben den Campus der TU Dresden auf der Karte aktualisiert, müsste man jedes Jahr, meinte er. Da sind wirklich nach wie vor allerhand Baustellen. Lässt es sich mit denen gut studieren?
Von Anfang an wollte ich dort auch einen Stadt-OL, nun erstellte ich ihn.
Langsam sehe ich die Grenze, was ich noch will und worauf ich verzichten kann und mag - zumindest beim (Stadt-)OL. Oder?
Der "Studenten-OL" umfasst im Nordwesten, am Münchner Platz eine Gedenkstätte, die Grausames wachhält, um eine Wiederkehr zu verhindern. Dort wurden früher tausende Menschen ermordet, insbesondere im Nazi-Regime und 2. Weltkrieg und vor allem auch aus Tschechien. Durch meinen Sport war ich so oft dort und bin gerade wieder mit mehr als einem Menschen aus Tschechien in Kontakt.
Das Zitat auf der Karte kam mir in diesem Zusammenhang in den Sinn. - Verrückt, dass Unterdrücker in der Minderheit anprangern, was sie selbst lebten und leben. - Oft waren und sind es Studenten und Studentinnen - sowie Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich gegen Missstände und Unrecht auflehnten und auflehnen.
In diesem doppelten Sinne wählte ich auch Studentenbewegung im Titel und soll er verstanden werden.
Seit 2002 bieten Orientierungsläufer und -läuferinnen im Sommersemester einen Unisportkurs Orientierungslauf übers Universitätssportzentrum bzw. jetzt: über das Dresdner Hochschulsportzentrum der TU Dresden an, seit 16 Jahren wird er auch regelmäßig von USV-OLer/innen organisiert und geleitet. Heute begann der diesjährige Kurs. Früher war ich immer mal neidisch auf Studenten, weil ich nicht (immatrikuliert) studierte.

Die Karten Am Jägerpark (Zeichen-OL) und Weißer Hirsch (Fenster-OL) verbesserte ich etwas - ich löschte unnötige Linien.
Beim Lehrpfad-OL (Albertpark) ergänzte ich einen Posten in der Postenbeschreibung, der nach Ergänzung gefehlt hatte - genauso eine Wegmarkierung auf der südlichen Karte des Bachlaufes im (unteren) Prießnitzgrund.
Die Karte Blaues Wunder (Baukunst-OL) erhielt ein größeres "Update": neue Symbolik und Nordpfeil und -linien gedreht. Der Nordpol wandert, der magnetische.

Straßenquerungen wurden wieder mal ein Thema beim Orientierungslauf. Bei Wettkämpfen gibt es Sperrungen, zumindest Straßensicherungen, aber bei Trainings in der Stadt ... Klar, auch Nebenstraßen sollten wir vermeiden, aber Sprint-OL gehört auch bitte schön für die meisten ins Urbane denn in den Wald. Interessenkonflikt? Und sowieso steigt der Anspruch.
Und der Dresdner Sprint-OL sei zu lang und müsste Stadt-OL heißen - diesen gibt es hiermit aber schon. ;-)

Zittau, wo die DM Sprint und Sprintstaffel naht, geht kaputt, Häuser "reißen" - vielleicht in Folge des nahen polnischen Tagebaus?


immer wieder Unrecht, Hinrichtungen?

Und jetzt noch was zum Urheberrecht und zur derzeit gehypten "KI" - Ist das intelligent, was wir da wieder fabrizieren?

Und wieder eine alte Wut aus alter Kränkung. Ich schreibe was und es wird geändert, beschnitten.
Kürzen reicht. Kürzer wäre besser. Jemand meint(e), es besser zu wissen.
Das tut mir weh. Die Begründung kann ich verstehen, nachvollziehen, ist mir zuweilen und in Teilen plausibel.
Aber es geht um die Art und Weise. Schreibfehler raus erlaube ich mir auch bei anderen, eine klarere Formulierung vielleicht noch, wenn es das ist, was ich meinte. Und hier meinte ich nicht mal mehr, schrieb statt persönlich Fakten, schrieb angeblich aber zwei Sätze zu viel, die nichts mit dem anderen zu tun hätten, was ich klar anders sehe.
Texte sind wie Karten und Bilder Ideen und Produkte von Urheber*innen und da sollte man nicht drin herumfuschen, ändern, ohne zu fragen, und nicht klauen. Ja, wir arbeiten auch kollektiv und nutzen, was andere vor uns schufen und zunehmend auch was Daten und Programme erschaffen, aber das entbindet uns nicht von unserer Achtung vor anderen. Und: Änderung kann nur aus sich heraus entstehen, nicht erzwungen werden.
Ich lösche keine Kindersätze übers Essen im Trainingslager und schreibe noch 3 übers Training hinzu. Das Kind erlebte und schrieb. Lasst uns das achten. Und genauso das Wirken und die Werke von Kindern, die erwachsen wurden, wenn es nicht schadet.
Das Kind - und ich meine mit ihm auch die (unveränderte) Natur allgemein - wird vielleicht noch die letzte Grenze vor der Künstlichkeit sein, die seinen Ursprung schließlich auch in ihm/in ihr hat.
Wir wollen lediglich effizient und korrekt? Dann lasst uns die sogenannte KI nehmen! Die textet wie geleckt, aber nicht wie erlebt. Aber wofür leben wir dann schlussendlich noch? Sie kann Meinungen nachahmen und sie wirkt damit täuschend echt, aber sie wird sie nicht aus Gefühlen und Bedürfnissen heraus entwickeln und haben. Was uns Menschen zudem ausmacht, ist es, Zusammenhänge zu erkennen. Diese können Quatsch sein, aber sie machen uns eben auch aus und zu uns.
Und wir Menschen können erstaunlich gut differenzieren und sortieren - auch wenn Vielfältiges scheinbar zusammenhangslos auf uns einströmt.
Vielleicht ist dieses für manche Zusammenhangslose, für manche Unverständliche neben Stil auch NI (natürliche Intelligenz).
Noch ein Zusammenhang erkannte ich: Stadt-OL sind vielfältige Orte, Denkmäler, Fragen, Hinweise unterschiedlicher Themen, die durch gehbare Wege zusammenhängen! Und ich versuche oft, mehr als die Räumlichkeit verbindet, Themen zu benennen - immer bleiben Ausnahmen.


immer mehr Raketen und Technologien?

Und hier noch was zu Großem und Verschiedenem:

Unsere Regierung macht Mist (den Atomausstieg finde ich gut, das Waffenliefern nicht - war Putin jemals bereit zu verhandeln oder war das nur mit einem älteren Russland möglich gewesen?), jede macht Mist. Die Opposition täte es kein Deut besser. Vielleicht viel schlimmer.
Angst regiert und Geld und Angst ist der Gegner, was nicht sein müsste.
Die kritischen Stimmen sind laut, "bevölkern" Netzwerke, technische und biologische. Und immer gegenüber denen, die machen.
Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B.
Und immer wieder: als gäbe es nur Westen-Osten, voran Russland-USA und nicht auch: entweder oder und sowohl als auch.
Das System ist Kacke und ich bin froh, dankbar in diesem zu leben.
Ich will diese zwei Seiten der selben Welt sehen und aushalten.
Wir Menschen sind unperfekt und fordern von uns und von einander, es nicht zu sein. Vielleicht sollten wir wie noch einige Kinder mehr nach Freude streben. "Häng dein Herz an die Freude!" (Judith Holofernes)
Manchmal will ich in die Höhle (zurück), nichts tun, suche die Verbundenheit (mit anderen und allem) und die Freiheit (ich selbst zu sein) und bekomme immer "nur" beides zusammen und eines nie ganz. (Und Fehlen tut weh, bis es lähmt oder gelöst wird.)
Das sind auch mir unsere zwei Grundbedürfnisse, die gegensätzlich scheinen, doch einander ergänzen.

Was kann man getrost glauben? Dass Mann und Frau alles sind, grundsätzlich verschieden, einander gehören?
Oder doch auch ein weites Feld, im Menschsein vereint, einander brauchen, ergänzen, lieben können?
Oder ist das schon wieder verklärt?
Merkwürdig und doch wie nichts unlogisch: Männer, die andere Kulturen ablehnen, aber selbst ein altes, stolzes Männerbild - und damit auch Frauenbild, weil Rollenbilder - propagieren.
Gott ist mir zu negativ belegt. Ich glaube an die Natur, die ich kenne, ahne und die viel mehr ist, als ich fasse, alles.
Glauben, dass alles auch ohne uns/mich wäre und sein wird, weil auch schon war?
Und wir doch auch die Welt mit uns, unserem Wahrnehmen wahrmachen, ein ganzes Stück weit erschaffen?
Wir glauben, was wir oft hören, lesen, was wir als wahr und wahrscheinlich befürchten und wünschen, teils fatal und allzu menschlich - und so wird auch KI geprägt.
Zwei mir interessante Radiobeiträge - Deutschlandradio Kultur:
kurz zu KI
und zu Klima- und allgemein modernen Mythen (knapp 30min)